Zwitschernd verstrickt

Ein britischer Politiker war zu Unrecht des Missbrauchs beschuldigt worden, und neben der BBC verbreiteten auch tausende Twitter-Nutzer den irrigen Vorwurf, noch dazu bei Nennung des vollen Namens. Der Schaden für den Betroffenen dürfte gar nicht zu bemessen sein, wie auch in Rainer Stadlers Kolumne in der “Neuen Zürcher Zeitung” zu lesen ist. Zugleich zeigt sich einmal mehr, wie sehr die unkomplizierte Multiplizierung von Inhalten auf Knopfdruck durch “Likes” und “Retweets” in den sozialen Medien Segen und Fluch zugleich ist. Stadlers Fazit: “Die BBC-Affäre sollte dazu anregen, auch den Retweet-Knopf vorsichtiger zu betätigen. Wer schwere Vorwürfe weiterverbreitet, macht sich zum Komplizen. Es gilt die unspektakuläre Regel: erst denken, dann zwitschern.”