Weltoffener Antwortdienst

ngjansmt15iuhbVor allem in der Medienarbeit setzen wir Kommunikationsberater gerne sogenannte Q&As (“Questions and Answers”) ein, meist mehr oder minder umfassende Sammlungen mit den wichtigsten kritischen Fragen und griffigen, überzeugenden Antworten auf sie. Jetzt nutzt die renommierte Amadeu-Antonio-Stiftung dieses bewährte Instrument ziemlich mustergültig, um im öffentlichen Diskurs Bürgerengagement gegen Antisemiten und Judenhasser zu unterstützen: Auf der Aktionswebsite “Nichts gegen Juden” finden sich zu acht Frage- und Themenfeldern kompakte, aber durchaus ausgewogene und substanzhaltige Antwortvorschläge mit angemessener Leidenschaft und weitgehend ohne den sonst üblichen “PR-Sprech”.

Die Initiative finde ich schon deshalb begrüßenswert, weil die Auseinandersetzung mit extremistisch oder rassistisch verbrämten Vorurteilen meist furchtbar mühsam ist und man die immer wieder gleichen Behauptungen und Verleumdungen hört. Rationale Argumente werden da wegen irgendwelcher Verschwörungstheorien der Marke “Lügenpresse” zwar ohnehin oft als erlogen oder manipuliert abgetan, aber dagegenhalten sollte man in der Öffentlichkeit oder den Sozialen Medien dennoch – allein schon wegen der Zuhörer und Mitleser, die für Argumente noch zugänglich sind. Sonst läuft es so, wie es schon Schopenhauer beobachtet hatte: “Die Grobheit besiegt jedes Argument und verscheucht allen Geist.” Bitte nicht.