Verzeih, Mutter

dnkmch15redcImmer mal wieder wundere ich mich, wie oft auch professionelle Schreiber und Journalisten Laienschreibfehler in ihren Texten haben, obwohl Sprache doch ihr ureigenes, tägliches Werkzeug und Arbeitsmaterial ist. Mein Erstaunen ist umso größer, je mehr Stufen der vermeintlichen Qualitätssicherung diese Texte offenbar unkorrigiert durchlaufen haben. Ein paar Beispiele: Auch versierte Sportreporter lassen Fußballmannschaften bei Heimspielen “zuhause” statt “zu Hause” antreten. Unzählige Visitenkarten hierzulande enthalten “Straße” falsch mit “ss” (komme jetzt keiner mit der vielgescholtenen Rechtschreibreform, die da überhaupt nichts geändert hat). “Herzlich willkommen” wird fast schon standardmäßig falsch mit großem W geschrieben. Eine hessische Werbeagentur bietet ihren Kunden ironiefrei einen “Fernsehspott” mit zweitem T an. Es geht aber noch schlimmer, so war der eigene Name einer Münchner Biermarke in einer mehrteiligen Anzeigenserie konsequent falsch geschrieben. Heute habe ich zudem die großformatigen Printanzeigen eines bekannten Süßwarenhersteller im Gepäck (siehe Bildchen oben links), wo ein fehlendes Komma aus einem Dankeschön an Muttern einen vollkommen sinnverdrehenden Imperativ macht. Wäre ich Mutti, fiele meine Freude bei soviel Schludrigkeit und Unprofessionalität nicht ganz so groß aus.