“VerWIRtes” Ego am Isartor

Neu in der Thierschstraße Einzelkämpfer – genau das sind Freiberufler wie ich in der Medien- und Kommunikationswelt in aller Regel. Das bringt große Vorteile und Freiheiten mit sich, aber beileibe nicht nur. Der Wandel in der globalen Arbeitswelt hat in den vergangenen Jahren auch zum Boom einer Arbeitsform geführt, in der die Nachteile selbständigen Alleine-Arbeitens erheblich abgeschwächt werden, ohne die Vorzüge aufgeben zu müssen: sogenanntes „Co-Working“, bei dem Freiberufler, Kreative, kleinere Startups oder die sprichwörtlichen „digitale Nomaden“ in gemeinsamen Räumen mit gemeinsamer Infrastruktur unabhängig voneinander agieren, aber sich zugleich unterstützen, vernetzen und ganz nach Bedarf und Laune zusammentun und gemeinsame Projekte verwirklichen können. Weltweit soll es bereits knapp 10.000 solche Gemeinschaftsbüros geben, wie das Fachblatt „DeskMag“ berichtet.

Auch ich habe mich jetzt für dieses Modell entschieden und bin seit dem 1. Juli ein „Resident“ von MATES, einem „Co-Working-Space und Netzwerk im Herzen Münchens“ in der Thierschstraße 20 im südlichen Lehel zwischen Isartor, der Isar samt Praterinsel und der St.-Lukas-Kirche. Aus einem „ICH“ ist ein zumindest strukturelles respektive potenzielles „WIR“ geworden. Das „Arbeiten im Kollektiv“, so die Betreiber, hebe die Kreativität, führe zu Synergieeffekten und bringe nicht zuletzt auch „einfach mehr Spaß“. Neben den eigentlichen Arbeitsplätzen stehen auch flexibel zubuchbare Räume für Besprechungen, Workshops, Videokonferenzen oder zum Beispiel Coaching-Sitzungen bereit. Insgesamt sind die Rahmenbedingungen für meine Arbeit damit erheblich besser als zuvor im Büro zu Hause.

Die liebevoll eingerichteten Räume der MATES in einem stilvollen Hinterhofgebäude befinden sich übrigens im 1864 fertiggestellten ehemaligen Betrieb des legendären Wagen- und Kutschenbauers Johann Häusler, der zum „Königlich Bayerischen Hoflieferanten“ ernannt wurde und unter dessen Sohn es ab Ende des 19. Jahrhunderts „mit Vollgas in das Motor-Zeitalter geht“, wie es in der Firmenchronik des heute über 150-jährigen Unternehmens heißt. Ein denkbar guter Ort, um – allein oder gemeinsam – Neues auf den Weg zu bringen und vielleicht wieder Großes und langfristig Erfolgreiches zu schaffen.

Ach, und auch der Namensgeber der Thierschstraße passt ganz gut: Der Altphilologe und Pädagoge Friedrich Wilhelm von Thiersch (1784-1860) galt als „Praeceptor Bavariae“ („Lehrer Bayerns“) und „Vater der humanistischen Bildung“. Klingt wie Edutainment anno dazumal. Willkommen bei den MATES!

MATES in der Münchner Thierschstraße 20