Übergabe nach fünf Jahren VRdS Bayern

„Die erste in 2020 war die 20., und zugleich meine letzte.“ So lautet in Kurzform das wichtigste Ergebnis des jüngsten Quartalstreffens der Regionalgruppe Bayern des Verbands der Redenschreiber (VRdS) Ende Januar in München. Fünf Jahre nach der Wiederbelebung der Gruppe zusammen mit meiner Miesbacher Kollegin Lisa Hilbich im Frühjahr 2015 und nach insgesamt 20 vierteljährlichen Mitgliederstammtischen übergebe ich mein Amt als einer der beiden Leiter in diesen Tagen an Dr. Martin Achatz vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr.

Für meinen Nachfolger habe ich nochmal alle Veranstaltungen und Initiativen unserer Regionalgruppe Revue passieren lassen und ausgewertet. Insgesamt neunmal hatten wir zu unseren Treffen einen Gast zu einem Vortrag oder kleinen Workshop eingeladen. Das Spektrum reichte von Stimmübungen über multimediale Präsentatorik und Storytelling bis zur Rhetorik im antiken Rom. Jede einzelne Veranstaltung habe ich in guter Erinnerung behalten – nicht nur fachlich, sondern auch menschlich. Das gilt uneingeschränkt auch für die anderthalbtägige Bundesmitgliederversammlung des VRdS im vergangenen Sommer bei uns in München samt Preisverleihung an die Grünen-Politikerin Katharina Schulze – die war bei unserer Rhetorikanalyse zum Bayerischen Landtagswahlkampf auf Platz eins gelandet, deutlich vor Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Natascha Kohnen (SPD) und Martin Hagen (FDP). Sieben andere ehrenamtliche VRdS-Analysten und ich hatten zu allen der insgesamt neun Spitzenvertreter der größten Parteien von der CSU bis zur Linken je zwei professionelle Gutachten erstellt. Die gesamte Koordination hatte dabei in meinen Händen gelegen. Die Medienresonanz auf unsere „Bayernanalyse“ übertraf quantitativ wie qualitativ die kühnsten Erwartungen und umfasste sogar etliche ausländische Medien.

Die Aufmerksamkeit für die sieben weiteren VRdS-Rhetorikanalysen, an denen ich mich bislang als ehrenamtlicher Analyst beteiligt habe – die Bundestagswahl 2017, die Europawahl 2019 und Hauptversammlungsreden 2014, 2015, 2017, 2018 sowie 2019 – war zwar weit weniger stark, aber mein Engagement machte mir dennoch jedes Mal viel Spaß. Auch in Zukunft werde ich mich und meine Expertise gerne für solche Aktionen zur Verfügung stellen. Und selbstredend stehe ich unverändert zu kollegialer Hilfe bereit. Seit meinem Start ins Berufsleben 1992 setze ich mich inner- und außerhalb von Verbänden für meinen Berufsstand ein. Für mich gehört das einfach dazu – so wie in anderen Gebieten von Biotopschutz über Wahlhelfereinsätze bis zu karitativer Arbeit auch. Selbst die Veränderung sein, die man in der Welt sehen will – da halte ich es ganz mit Gandhi. Mit diesen hehren Gedanken wünsche ich meinem Nachfolger im VRdS Bayern viel Erfolg und ebenso viel Freude!