Sprachgrauen Nummer eins

RechtschreibungRechtschreibfehler passieren, und weil Werbungtreibende, Agenturen und Verlage oft am Korrektorat sparen, ist auch die professionelle Werbe-, PR- und Medienwelt erstaunlich fehleranfällig. Daran habe ich mich fast schon gewöhnt. Nach wie vor das kalte Grausen aber überkommt mich, wenn ich – so wie vor ein paar Tagen wieder im Fernsehen – Sprachverbrechen wie „Nummer-eins-Erkältungssaft“ für Deutschlands meistgekauften Erkältungssaft begegne (geschrieben würden bei diesem widersinnigen Anglizismus bestimmt auch die Bindestriche zur Durchkoppelung fehlen), bei denen der deutsche Satzbau komplett ausgehebelt wird. Ich ahne, was das Argument der Urheber wäre: „Klingt irgendwie besser.“ Erstens: nein, gar nicht. Zweitens: bedeutet vor allem etwas anderes. Da diese Menschen aber vermutlich auch keinen Unterschied zwischen „Ritter Rost“, „Ritter-Rost“ und „Rost-Ritter“ machen würden, habe ich wenig Hoffnung auf Besserung. Sprache, ruhe in Frieden. Amen.