Sprache aus dem Schneider

wlsndrntr15uukVor schon fast einer Woche brachte der “Spiegel” ein von beiden Seiten herrlich forsch geführtes Interview mit der 89-jährigen “Journalistenlegende” und Deutsch-Koryphäe Wolf Schneider. Dieser Mann hat neben viel Sachkenntnis und Sprachgefühl eben auch jede Menge Chuzpe. So habe er seine “Rolle als Zuchtmeister” bei der Ausbildung des Nachwuchses an der Henri-Nannen-Journalistenschule “als gut erträgliche Nebenwirkung in Kauf genommen”. Er und Nannen? Nun, “zwei arrogante Pinsel, die einander respektierten”. Computer? So langsam wie die könne er gar nicht arbeiten. Ruhestand? Von wegen, wo er doch “für erstaunliche Mengen Geld vor teuer bezahlten Öffentlichkeitsarbeitern” auftreten habe können. Das unterhaltsame Gespräch lässt uns zudem an Schneiders Blick auf das Dritte Reich und die Achtundsechziger teilhaben – nicht immer widerspruchsfrei nachzuvollziehen, aber stets einen Gedanken wert. Besten Dank, Herr Schneider!