Selbst ist das Netz

selfies14igdKeiner weiß so ganz genau, wie das mit der digitalen Revolution weitergeht. Deutschlands wohl prominentester Internet-Vordenker, Sascha Lobo, bringt in seiner “Spiegel”-Kolumne eine ganze Reihe an bemerkenswerten Gedanken zum Phänomen der sogenannten Selfies und ihrer Rolle beim Entstehen und Ausweiten der “Überwachungsgesellschaft“. Wir alle seien zunehmend getrieben vom “Wunsch, ein digitales Selbst zu erschaffen”, und “dazu verdammt: immerfort zu werden und nie zu sein”, wie Lobo es per geborgten Karl-Scheffler-Zitat formuliert. So verstärke sich der “Datensog, mit dem soziale Medien und das ganze Internet angetrieben werden”. Eine Alternative gebe es faktisch nicht – die “Selfieness” sei “nicht bloß eine Mode, sondern Diktat einer digitalen Gesellschaft“.

Ob das alles so stimmt, ist nicht gewiss. Stimmig aber ist es nach meinem Empfinden in jedem Fall. Es muss sich ja nicht immer um Selbstportraits handeln – Beiträge in Facebook, Twitter und Co. folgen schließlich dem gleichen Muster, wie in diesen Tagen zum Beispiel die vieldiskutierte “Umpark-“-Kampagne von Opel zeigt. Ich “poste”, also bin ich!