Schuldbewusst vor der Kamera

bugrkgbrk14kjhgvEine aufsehenerregende Kampagne soll für Deutschlands zweitgrößte Burger-Kette die Kohlen aus dem Feuer holen. Nach den Enthüllungen eines Teams um Günter Wallraff für RTL stellt sich der Deutschlandchef von Burger King zur besten Sendezeit in großem Mea-culpa-Gestus in einem einminütigem Spot vor die Kameras und gelobt sofortige Besserung. Ulrike App sieht die Kampagne und das Paket an Gegenmaßnahmen in der “w&v” insgesamt positiv, vor allem im Vergleich zur erfolglosen “Hinhaltetaktik” beim ebenfalls krisengeschüttelten ADAC. Die Videobotschaft des Fastfood-Konzerns führe “weg von einer zu künstlichen und inszenierten Darstellung” und bringe “dafür mehr Authentizität“.

Der Markenexperte Klaus-Dieter Koch von Brand Trust sieht in einem Gespräch mit dem “Handelsblatt” zwar “den richtigen Ansatz”, aber auch viele Schwachpunkte. Vor allem stört er sich an der Entscheidung für eine TV-Kampagne: “gute Intention, falscher Kanal“, meint er. Die avisierte Gründung eines Gästebeirats wertet er “als kleine PR-Finte”. Das sehe ich auch so. Und wie Koch gehe ich auch davon aus, dass es einige Jahre dauern wird, “um das Image wieder zu wandeln”. Aber immerhin kann Burger King auch auf ganz konkrete Maßnahmen wie zusätzliche Kontrollen durch TÜV Süd verweisen. Aus meiner jahrelangen Arbeit für Deutschlands Platzhirschen McDonald’s weiß ich recht gut, wie lange es dauert, um über ein Plus an Transparenz nach und nach neues Vertrauen zu gewinnen. Gelingen aber kann es. Ich wünsche Burger King einen langen Atem.