In Gesellschaft der “Feedback-Junkies”

Toastmasters MünchenIm Sommer 2001 bin ich ihnen in England zum ersten Mal begegnet, jetzt war ich in München endlich mal bei einem ihrer regelmäßigen Clubabende zu Gast: den Toastmasters, einer weltweit in über 120 Ländern vertretenen gemeinnützigen Vereinigung, bei der man in kleinen lokalen Einheiten die „Kunst des öffentlichen Redens, der effektiven Kommunikation sowie der Menschenführung“, wie es bei Wikipedia heißt, pflegt und vor allem aktiv trainiert. Für mich als professioneller Redenschreiber war dieser ganz der Rhetorik gewidmete und straff durchgeplante Abend beim noch jungen „Redeclub München“ mit drei inszenierten Streitgesprächen und insgesamt vier Redebeiträgen zu so unterschiedlichen Themen wie „Energiebedarf im Privathaushalt“ und „Effektive Mikroorganismen“ eine wunderbare Gelegenheit, eines meiner beruflichen Steckenpferde im Austausch mit Gleichgesinnten ausführlich und aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Aber auch sonst gefiel mir die Veranstaltung gut: Seine eigenen kommunikativen Fähigkeiten ausprobieren und mithilfe der übrigen Mitglieder in einem mehrstufigen Programm systematisch weiterentwickeln – klasse! Die Toastmasters böten einen „Lernraum, in dem ich mich ausprobieren kann“, erzählt eine begeisterte Teilnehmerin in einem Artikel in einer Regionalausgabe der „WAZ“. Ein gestärktes Selbstbewusstsein gibt’s gewissermaßen gratis obendrauf. Als zentraler Baustein gilt die konstruktive Rückmeldung der anderen. „Toastmasters sind Feedback-Junkies“, bringt es eine Clubvorsitzende im gleichen Beitrag auf den Punkt. Immerhin: „Angefixt“ bin ich auch, um im Jargon zu bleiben.