Redenschreiber im Tierreich

Gewaltfreie Kommunikation beim VRdSZum gestrigen Quartalstreffen der Landesgruppe Bayern des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) in München hatten wir als Referenten Christian Bargenda eingeladen, einen überaus geschätzten Kollegen und in Personalunion Herausgeber sowie Chefredakteur des „Rhetorikmagazins“. Sein Thema: „Souverän bleiben in Diskussionen“ mit Anleihen aus der Schule der Gewaltfreien Kommunikation („GFK“) nach Marshall B. Rosenberg. Das auf den ersten Blick vielleicht unprofessionell oder gar kindisch anmutende, aber seit Jahrzehnten bewährte und ausgesprochen anspruchsvolle Konzept nutzt den Wolf und die Giraffe als gegensätzliche Symbolfiguren und versucht sicherzustellen, dass die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt werden und jede Seite ihr Gesicht wahren kann. Wesentliche Voraussetzung dafür ist die Unterscheidung von Beobachtung und Interpretation.

Rosenbergs Konzept, so der Münchner Strafrechtler und Mediator Sascha Petzold, hilft dabei, „unsere bisherigen Denk- und Verhaltensmuster von Angriff und Verteidigung zu durchbrechen und in Aufrichtigkeit und Klarheit unsere Ziele und Lösungen gemeinsam zu finden“. Schon die Menschen im alten Abessinien nutzten eine Redewendung, die ganz nach „GFK“ klingt: „Eine sanfte Sprache zerreißt den Teufeln die Knochen.“ Unsere moderne Gesellschaft hat da sowohl in Privat- als auch Geschäftsleben noch jede Menge Nachholbedarf.