Wenn “Qualität” für Krise steht

Der preisgekrönte Schweizer Autor und Journalist Constantin Seibt macht immer wieder mit provokanten Thesen zur eigenen Zunft von sich reden. In einem  ausführlichen Interview mit Peter Unfried von der “taz” hat er jetzt nicht weniger als “die Neuerfindung des Journalismus” gefordert, weil das “Publikum wählerisch” und zugleich die Nachrichten als Kernprodukt “inflationär und praktisch wertlos” geworden seien.

Seibt empfiehlt neben handwerklichem Können und Seriosität vor allem mehr “Kühnheit” und “Mut“, um das Publikum “aktiv zu begeistern” und zu fesseln. Der gebürtige Frankfurter ist überzeugt: Die “Bravheit hat in der globalisierten Aufmerksamkeitsbranche keine Chance”. Und von dem emsig präsentierten Etikett „Qualitätsjournalismus“ hält er gar nichts: Dieses sei schlicht ein “Krisensymptom” – denn “der einzige Ort, wo man sonst von Qualität spricht, sind Billigläden”. Das mit der Kühnheit hat Seibt wirklich drauf …