Psychologischer Dämpfer

siegerposePsychologische Aspekte der Kommunikation sind eines meiner Steckenpferde. Dass vermeintliche Erfolgsgeheimnisse gelegentlich leider wissenschaftlich auf Sand gebaut sind, zeigt einmal mehr der Beitrag „Die sieben Mythen der Psychologie“ in der heutigen „Süddeutschen Zeitung“. Selbst einige der „plausibelsten Erkenntnisse, die wir so gerne glauben, lassen sich oft nicht bestätigen“. Das bedeutete zwar nicht, dass sie falsch sind, aber felsenfest an sie glauben sollte man wohl besser nicht. Drei Beispiele, die auch ich zum Beispiel in Seminaren und Vorträgen gerne aufgegriffen habe: Die berühmten sogenannten Powerposen Marke Balotelli? Statistisch gesehen tendiere der Einfluss des Posierens auf das Lebensgefühl gegen null! Mehr Ehrlichkeit, wenn uns von einem Bild ein streng blickendes Augenpaar ansieht? Hat sich wissenschaftlich nicht wieder bestätigen lassen! Und schließlich die „Mimik-Feedback-Hypothese“, nach der wir zufriedener werden, wenn wir „mit einem Lächeln im Gesicht herumlaufen“? Diese These versuchten Forscher mit fast 2.000 Probanden zu untermauern: vergeblich!

Ergo: Der Mensch bleibt ebenso rätselhaft wie faszinierend – und wir sollten im Zweifel auf Nobelpreisträger Richard Feynman hören: “Es spielt keine Rolle, wie großartig deine Theorie ist, es spielt auch keine Rolle wie klug du bist – wenn es sich nicht durch Experimente belegen lässt, dann ist es falsch.”