Prozentual marginalisiert

prent14hgcEhrlich währt am längsten, heißt es. So ist es löblich, wenn ein renommierter Getränkeproduzent bei seiner neuen Fruchtschorle deutlich macht, wie gering der Fruchtsaftanteil letztlich ist. Wenn dann aber auch noch Schludrigkeit oder Unwissenheit hinzukommt, wird aus dem gutgemeinten Verbraucherhinweis mathematischer Murks. So schreibt jener Hersteller auf der Flasche, die neue Maracuja-Lemon-Mischung enthalte “10 % Frucht, davon 3 % Maracuja” – das entspräche allerdings einem Maracuja-Anteil von lediglich 0,3 % (3 Prozent von 10 %), de facto sind es aber dann doch 3 % des Ganzen. Mich erinnern derartige Fehler an die reichlich peinlichen Verwechslungen langjähriger Walhbeobachter, die Prozent und Prozentpunkt schlicht nicht zu unterscheiden wissen. Oder an Werber, die bei “60 Prozent gesenkt” vergessen, ein “um” voranzustellen. Fehlerfreie Kommunikation gibt es nicht, aber etwas weniger Mängel “ab Werk” könnten wir Profis schon abliefern.