Professionell falsch

shrbfler14zucfIrren ist menschlich, und jeder macht mal Fehler. Die Häufigkeit aber, in der einem selbst bei Anzeigen oder in Drucksachen Grammatik- und Rechtschreibfehler begegnen, ist wirklich erstaunlich. Das gilt für die Speisekarte beim Italiener um die Ecke, noch viel mehr aber für kostspielige Anzeigen oder Werbespots finanzstarker Konzerne. Vor ein paar Tagen zum Beispiel ist mir am Münchner Flughafen die haushohe Werbeinstallation einer weltbekannten Automarke aufgefallen – mit fehlerhaftem Slogan. Ein mit Sicherheit fünfstelliges Budget, aber dann kein “Fuffi” übrig für ein vernünftiges Korrektorat. Das ist mir unbegreiflich. Das Internet macht sich über Tättowierungen mit widersinnigen chinesischen Schriftzeichen oder einem unfreiwillig komischen “Never loose hope” mit überzähligem O lustig – die Schreibpannen der vermeintlichen Profis wiegen für mich noch schwerer.

Nur gut, dass die Orthografiefehler den meisten Menschen im Zielpublikum gar nicht auffallen. Mein persönlicher Klassiker etwa – der Spruch “Geht nicht, gibt’s nicht” einer inzwischen insolventen Baumarktkette – wurde vom Publikum in der Regel automatisch wunschgemäß aufgenommen (“‘Geht nicht’ gibt’s nicht”). Eigentlich müsste ich ohnehin dankbar sein: Ich darf mich “gut” fühlen und mich an der ungewollten Komik erfreuen. Insofern sind Fehler tatsächlich “das Tor zu neuen Entdeckungen”, wie es James Joyce formulierte.