Plagiatsaffäre auf Politparkett

Galileo Trumps RedeplagiatPeinliche Panne statt des erhofften großen Auftritts für Donald Trumps Ehefrau auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner in Cleveland: Ganze Passagen wurden dilettantisch abgekupfert und stammen auch noch aus einer Rede der heutigen First Lady, Michelle Obama, aus dem Jahr 2008. In einem aktuellen Beitrag dazu brachte das TV-Wissensmagazin „Galileo“ dazu gestern Abend auf Pro Sieben auch eine kurze Bewertung von mir aus professioneller Sicht: Diese Rede hätte so nie gehalten werden dürfen und verletzt vor allem handwerkliche, aber auch ethische Prinzipien der Redenschreiberzunft grob. Wie die „Zeit“ berichtet, wies Trumps Kommunikationsberater die massiven Plagiatsvorwürfe zwar indirekt zurück, konnte den Sturm der Entrüstung aber in keinster Weise abschwächen. Kollegen nennen den Vorfall bei „NBC“ eine „Unverschämtheit“ oder „haarsträubend“. Laut „New York Times“ sorgt die Affäre auch im Trump-Umfeld für gehörige Spannungen und überschattet den gesamten Parteitag. „Tatsächlich ist die Schummelei ein echtes Ärgernis für Trumps Kampagne geworden“, heißt es auch im „Spiegel“, „passt sie doch gut zu dem Eindruck vieler Amerikaner, Trump sei ein Blender und Heuchler“.

Ein vergleichbarer Fall ist mir auf dieser Bedeutungsebene nicht bekannt. Fast noch beschämender als den Redendiebstahl selbst finde ich aber, was das slowenische Ex-Model als Trump-Gattin Nummer drei aus den „Leihworten“ macht – was Michelle Obama für einen charismatischen, mitreißenden und letztlich authentischen Vortrag nutzt, wird bei Melania Trump in einem seelen- und geistlosen hölzernen Nachplappern verhunzt. Auch hier fällt das Urteil eindeutig aus: nicht präsidiabel!