Paradiesische Wiedergeburt

Hieronymus BoschZum 500. Todestag ist derzeit im niederländischen ’s Herogenbosch (Den Bosch), die “größte Hieronymus-Bosch-Ausstellung aller Zeiten” zu bestaunen. Der geniale Renaissance-Maler Bosch, eigentlich Jheronimus van Aken (1450-1516), schuf mit blühender Phantasie und größter Kunstfertigkeit irrwitzige Bilder voller Symbolik und herrlich seltsamer Rätsel. Ein weltberühmtes Werk fehlt jedoch in der Ausstellung in Boschs Geburtsstadt: der spektakuläre Triptychon “Der Garten der Lüste” aus dem Museo del Prado in Madrid, der zwischen Garten Eden und Hölle das Himmlische Paradies zeigt. Ein Beitrag in der “Zeit” stellt uns “digitalen Ersatz” vor: “eine interaktive Onlineplattform, auf der der Garten der Lüste bis ins kleinste Detail aufgelöst und erklärt wird”. Wahlweise mit kundiger Anleitung (allerdings nur auf Niederländisch oder Englisch) oder frei nach Lust und Laune lernt man am Bildschirm das im Original mehr als 8,5 qm große, farbenprächtige Faszinosum kennen. Jahrhundertealte Kunst in moderner medialer Vermittlung – einfach großartig.