Nüchtern nach Brüssel

Anschläge in BrüsselSo nah war ich islamistischem Terror noch nie: Gestern morgen hatte ich eine frühe Besprechung bei meinem wichtigsten und größten Kunden, als wir von den furchtbaren Anschlägen in Brüssel erfuhren und zeitgleich zwei mir sehr vertraute Mitarbeiter eben dieses Kunden auf dem Weg zu einer Besprechung in Brüssel waren. Gottseidank sind die beiden unversehrt, aber der Schreck sitzt uns allen noch in den Gliedern. Wie immer nach solchen (Un-)Taten gibt es neben Mitleids- und Solidaritätsbekundungen sowie meist leider „hohlem Pathos“, wie es in der „Capital“ nach den November-Attacken in Paris hieß, auch zahlreiche Appelle, besonnen und ruhig zu reagieren. Das Leben muss ja weitergehen und schließlich wären lähmendes Entsetzen, „Schockstarre“ und vor allem eine Abkehr von unserer freien, offenen Lebensweise der größte Erfolg der Terroristen. Gefahren und Böses umgeben uns ohnehin ständig (ich denke da an einen der perfiden NSU-Morde nur ein paar Straßenecken von meinem Zuhause in München-Haidhausen entfernt). So vernünftig und „business-like“ wie möglich bereite ich auch meine anstehende Reise zu Gesprächen bei einigen europäischen Institutionen in der belgischen Hauptstadt gleich nach Ostern vor. Ich muss gestehen: Ganz so leicht fällt es mir nicht.