Neinsager unter Strom

srorsni14kjhgvcDas entsprechende Gesetz war mit breiter Zustimmung beschlossen worden, die Vorschläge zur Umsetzung waren in monatelanger, akribischer Arbeit entwickelt worden und schließlich hatte man frühzeitig den Dialog mit den Bürgern gesucht – und dennoch geht halb Deutschland auf die Barrikaden wegen der Vorschläge der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNBs) zum Netzausbau. Dabei soll es sich zum Beispiel bei “SüdLink” um  “die Hauptschlagader und das Rückgrat der Energiewende” handeln, welche noch vor Kurzem nahezu einhellig begrüßt wurde – raus aus der Atomkraft, Umstieg auf saubere, erneuerbare Energien, sichere Stromversorgung auch im Süden, neue Perspektiven für den Norden. Wie so oft bei Großprojekten schlägt Unterstützung in erbitterten Widerstand um, sobald man selbst einen Teil der Last zu tragen hat. Das Muster ist immer gleich: “Ja, super, aber nicht hier bei mir”.

Die MItarbeiter in den Pressestellen der vier deutschen ÜNBs – alle Teil der von mir in der Kommunikation betreuten TSO Security Cooperation (TSC) – sind nicht zu beneiden. So berichtet der “Bayerische Rundfunk” von Pfeifkonzerten und drohendem Abbruch bei einer Bürger-Informationsveranstaltung in Nürnberg. Ähnlich der Bericht der “Augsburger Allgemeinen” über “eine Welle der Wut” – vor allem in Bayern ist der Unmut über die “Monstertrasse” groß. “Laut Umfragen steht eine deutliche Mehrheit hinter dem Projekt, aber sobald persönliche Interessen betroffen sind, geht die Protestpost ab“, stellt die “dpa” lakonisch fest. Ich wünsche meinen Kollegen viel Erfolg. Und vorsichtshalber ein dickes Fell und gute Nerven.