Münchner machen Medienwandel

sdtzrun15oslNach wie vor liest man viel über das Zeitungssterben im Zuge der digitalen Revolution. Die bisherigen Platzhirsche arbeiten im Grunde permanent an ihren Angeboten und Trägermedien, um das eigene Überleben, aber wohl auch ihr Verständnis von kritischem, hochwertigem Journalismus zu sichern. Einen ziemlich großen und durchaus mutigen Schritt in Richtung Zukunft ist jetzt die “Süddeutsche Zeitung” gegangen. Das Layout wurde gründlich aufgeräumt und aufgefrischt. Endlich haben die Münchner dabei Online-Nachrichtenseite sowie Druckausgabe und “SZ-Magazin” nahtlos miteinander verknüpft und nennen sich unabhängig vom jeweiligen Kanal schlicht “Zeitung”. Gut gelungen ist nach meinem Dafürhalten auch die Trennung in eine öffentlichen Bereich mit frei verfügbaren Inhalten und einem Exklusivrepertoire für Digitalabonnenten oder Käufer eines Tagespasses. Kostenpflichtige Inhalte kann der Leser ganz normal via Browser nutzen oder per neu kreierter App. Die App liegt mir zwar weniger, ermöglicht aber  eine Art “Retrozeitungslesen” – ungestört und konzentriert wie vor 20 Jahren am Frühstückstisch, nur eben internet- und rechnerbasiert.

Insgesamt würde ich den Relaunch mit seiner durchdachten Bezahlstrategie als gelungen bewerten. Vieles wird rasch wieder geändert werden, aber das ständige Anpassen und Nachjustieren ist im Internetzeitalter ohnehin nicht wegzudenken. Viel Erfolg, SZ!