Medien selbst gemacht

Rundfunkräte, die missliebige Journalisten aus ihrem Amt entfernen, Mauscheleien gestrauchelter Minister mit Verlagshäusern, Wutanrufe eines Bundespräsidenten in der Redaktion und jetzt der von der “Süddeutschen Zeitung” enthüllte Anruf eines CSU-Sprechers beim ZDF: Leider versuchen Poltiker immer wieder, mehr oder weniger direkt Einfluss auf die mediale Berichterstattung zu nehmen. Dabei sollte die Rolle der Medien in ihrer Wächterfunktion eigentlich gerade von Politikern respektiert und gestärkt werden.

Journalismus ist dann besonders gut, wenn er “ironisch, distanziert und respektlos gegen die jeweils Mächtigen” ist, wie der Fachautor Lutz Hachmeister das einmal formuliert hat. Und auch Hans Leyendecker, einer der profiliertesten deutschen Journalisten, lässt gegenüber dem SWR keinen Zweifel zu: “„Leider wamsen sich Journalisten immer wieder an die großen Politiker ran, weil sie stolz sind, im Gefolge der Politiker zu sein. Wenn es immer klebriger wird, wird die Öffentlichkeit immer weniger erfahren über Dingen, die eigentlich für die Öffentlichkeit wichtig sind.”

Wer keine Berlusconisierung unserer Medien will, muss sich immer wieder für die Freiheit der Presse einsetzen – egal, auf welcher Seite des Mikrofons er steht. Denn “wo Pressefreiheit herrscht und jedermann lesen kann, da ist Sicherheit”, so Thomas Jefferson vor rund 200 Jahren. Das dürfte heute unverändert Gültigkeit haben.