Marktplatz unter Beobachtung

dwrsphezEin weiterer Schritt zur Professionalisierung? Oder kostspieliger Zwischenhandel ohne Mehrwert? Beim Deutschlandstart des britischen “RechercheservicesResponseSource für Journalisten, Blogger und PR-Schaffende werden hohe Erwartungen geweckt, bleiben Vorbehalte jedoch bestehen. Das Prinzip: Journalisten stellen Anfragen nach Informationen, Testgeräten oder Bildmaterial ein, die – vorerst kostenlos – von PRlern nach Themengebieten abonniert und aufgegriffen werden können.

“Durch den schnellen Zugang zu Informationsressourcen soll die Recherche-Zeit minimiert werden”, schreibt der “PR Report“. Interessant ist da die Bewertung der britischen “PR Week” aus dem Sommer 2010: Es sei “kaum ein PR-Profi zu finden, der ResponceSource nicht nutzt”, und während nahezu jeder den Dienst als “extrem nützlich” einstufe, gelte er vielen als “unglaublich überteuert“. Heute finden sich zudem zahlreiche Klagen von Abonnenten über eine Überflutung durch Blogger oder schlicht “Warenprobenabgreifer”. Dabei kostet der Service für Abonnenten aus der Öffentlichkeitsarbeit pro Interessengebiet jährlich zwischen 150 (z. B. “Landwirtschaft”) und 350 Britische Pfund (z. B. “Schönheit”). In der ersten Woche in Deutschland kam das neue Angebot trotz Gratisnutzung auf vier Journalistenanfragen. Die Branche scheint erst einmal abzuwarten.