Leuchtendes i-Tüpfelchen

lichte momente„Kleinigkeiten sind nicht viel – sie sind alles“, habe ich vor ein paar Tagen mal wieder im Rahmen eines Vortrags gehört, und während einige Kleinigkeiten eher ablenken oder gar nerven, sind andere so etwas wie das Sahnehäubchen. Gestern morgen ist mir eine dieser entscheidenden Kleinigkeiten bei einer Außenwerbung an einer Großbaustelle für ein neues Hochhaus in München aufgefallen: Bei der Darstellung des zu errichtenden Gebäudes auf der Bautafel waren die Fensterflächen hinterleuchtet – gerade in der Dämmerung ein wunderbarer Blickfänger, vor allem aber ein subtiler, dennoch deutlicher Hinweis auf das offenbar wichtigste Verkaufsargument: „lichte“ Räumlichkeiten dank großer Fensterflächen. Technisch ist das hinterleuchtete Schild keine große Sache, und wetterfeste LED-Leuchten gibt’s in jedem Baumarkt für ‘nen Appel und ‘n Ei, in der Wirkung aber sehe ich darin den Schritt von „passabel“ zu „gut“.

„Jeden Tag gibt es oft winzige Kleinigkeiten, die irgendeinen Funken aufleuchten lassen, der jetzt oder irgendwann später was auslöst“, hat es die Fachautorin Gitte Härter in einem Interview formuliert. In meinen fast 25 Berufsjahren in Werbung und vor allem Public Relations konnte ich eine Erfahrung wieder und wieder machen: Kommunikation lebt vom Detail! Inhaltlich, gestalterisch, sprachlich, sogar handwerklich und technisch. Oft ist es die vermeintliche Nebensache, die eine Maßnahme erblühen oder eben auch verkümmern lässt. Man könnte auch mit Michelangelo sagen: „Wenn ich alles Große genau betrachte, so sehe ich, dass es aus lauter Kleinigkeiten zusammengesetzt ist, und wenn ich ganz genau hinsehe, erkenne ich, dass es so etwas wie eine Kleinigkeit gar nicht gibt.“