Lange Nächte mit Live-Schalte

Meine “Löwen” und ihr vermeintlicher Scheich, Hasan Ismaik, machen ihrem Ruf als Chaosverein mal wieder alle Ehre. Dabei bietet der TSV München von 1860 diesmal auch Lehrstücke in Sachen Kommunikation und Medienarbeit in Serie, freilich eher weniger positive. So lästert der jordanische Investor des tradtionsreichen Zweitligisten vor Journalisten über den “alten Mann” an der Vereinsspitze, fliegen Brüder oder Cousins im Privatjet zu Halbzeitpausenverhandlungen ein, postieren sich Journalisten vor Luxusherbergen, um mehr über “Geheimverhandlungen” zu erfahren, und sorgen stundenlange Live-Ticker ohne echten Nachrichtenwert für höhnische Kommentare in der Bloggosphäre. Doch jetzt haben die “Sechziger” ihr Meisterstück abgeliefert – mit einer nächtlichen improvisierten Pressekonferenz vor wartenden Kamerateams um Viertel vor drei. Dabei geht es dann um die vom Geldgeber vehement geforderte Zustimmung des Aufsichtsrates zur geplanten Verpflichtung des früheren Startrainers Sven-Göran Eriksson, der auch noch nichts Genaues weiß und mit dem seit Wochen kein Verantwortlicher mehr gesprochen hat, für einen noch nicht klar definierten Posten. Und der bisherige Trainer? Bleibt natürlich im Amt! Alles klar? Selten hat sich der Fußball- und Medienzirkus schriller gezeigt. Und da heißt es immer, der FC Bayern wäre der “FC Hollywood” …