Kreative Mischung

prixstd15mwoIn Cannes sind mal wieder die Löwen los, und gut die Hälfte der Gewinner sind Vertreter der Public-Relations-Zunft. Laut “PR Report” deutet mit Lynne Anne Davis ein prominentes Jurymitglied dies als Beweis dafür, dass es keinen Unterschied mehr “in Sachen Kreativität zwischen Werbe- und PR-Agenturen” gebe. Das nun auch international und in Cannes gefeierte Vorzeigeprojekt “Rechts gegen Rechts” ist dafür in der Tat ein gutes Beispiel. Das jüngste “Honorar- und Trendbarometer” der Deutschen Public-Relations-Gesellschaft wirft allerdings ein anderes Licht auf die PR-Branche: Die klassische Medienarbeit mit Pressemitteilungen und -konferenzen sowie Medienkontakten “dominiert auch weiterhin die PR-Welt”. Kreativität ist da schon auch gefragt, steht in der Regel aber nicht an erster und auch nicht an zweiter Stelle. Ehrlich gestanden ist das aber auch bei wirklich guter Werbung nur ganz, ganz selten der Fall.

Vielleicht hören wir hier besser auf den preigekrönten Kolumnisten Harald Martenstein, der schon das Wort “Kreativität” vermeiden will – ein “zu Tode gerittenes Pferd” sei das. Es komme nicht darauf an, gute Ideen zu haben, sondern etwas daraus zu machen. Recht hat er – ganz gleich, ob für Werbung, PR oder im Grunde jeden anderen Beruf.