Journalistische Zwickmühle

mdenjrs14uzhgcDer Schweizer Dominik Imseng befürchtet, Journalismus könne immer mehr zu Werbung und “geistiger Umweltverschmutzung” verkommen. Quasi zeitgleich bringt Medienredakteur Stefan Niggemeier im “Krautreporter” die oft mühsam herausgeschälte “Wahrheit über die Lügen der Journalisten“, wie sie in Udo Ulfkottes Buch „Gekaufte Journalisten“ präsentiert werden. Wie das zusammengeht? Guter, unabhängiger Journalismus dürfte in der Tat gefährdet sein, aber nach wie vor stellen Medien wie “Süddeutsche Zeitung“, “Spiegel” oder “Zeit” den insgesamt bei weitem besten Weg dar, sich einigermaßen effizient ein halbwegs zutreffendes Bild von unserer Welt zu machen. Und noch funktionieren auch Kontrolle und Kritik ganz gut. Niggemeier stellt richtig fest, dass die Apologeten des angeblichen Medienversagens vor allem aufgreifen, was eben genau “kritische Journalisten aufgedeckt haben”. Es könnte und sollte besser sein, aber etwas Besseres gibt es nicht.