Journalist in Kauflaune

Der inzwischen renommierte unabhängige BILDblog, der “die kleinen Merkwürdigkeiten und das große Schlimme der Medien” dokumentiert, hat auf einen provokanten, mit persönlichen Anekdoten angereicherten Beitrag des Schweizer Journalisten Constantin Seibt mit dem Titel “Welches ist Ihr Preis?” hingewiesen. Einmal mehr geht es um das sehr komplexe Themenfeld “Käuflichkeit und Journalismus“. Vermutlich schon immer sind Journalisten bei ihrer Arbeit regelmäßig Manipulations- und Korruptionsversuchen ausgesetzt – von der Einladung zum exquisiten Essen über das Locken mit einer Exklusivinformation bis zum Bargeld im verschlossenen Umfeld. Seibt überrascht dabei mit folgender These: “Völlig Unbestechliche sind für diesen Beruf nur halb geeignet. Schon, weil alles Interessante in der Grauzone passiert.”  Und er findet durchaus gute Argumente, um seine Sicht zu untermauern – ohne Redakteuren und ihrem jeweiligen Gegenüber einen Freibrief auszustellen. In jedem Fall lesenswert, meine ich.