Im Zweifel ganz freundlich

potes14jhgvcEbenso grundlegende wie gründliche Gedanken über sein Wirken macht sich der Schweizer Journalist Constantin Seibt in seinem Blogbeitrag “Pitbulls der Demokratie” für den “Tagesanzeiger“. So sei “Kritik der Macht seit jeher der Job der Presse”, aber inzwischen sei “ein einziger großer Brei aus Verdächtigen” angerührt und gebe es ein “Maß an Misstrauen, das politisch zerstört“. Im Normalfall sei “Journalismus deprimierend wirkungslos”, doch trügen er und seine Kollegen in erheblichem Maße zu einer allgemeinen “moralisch ausgelaugten Erschöpfung” und einer zersetzenden “Dauerempörung” bei. Über beredt ausgelegte Überlegungen gelangt Seibt zu der Erkenntnis, in den Redaktionen solle man “Aufreger” als “vergiftete Ware” besser links liegen lassen und einen “Journalismus der Freundlichkeit” etablieren. Liebenswürdigkeiten und Erbauliches statt Skandalisierung und Brandsätze? Wir sollten das zumindest mal diskutieren – ganz wohlwollend, versteht sich.