Ghost in the machine

Watson von IBMIn diesen Tagen wirbt IBM rund um die Computermesse CeBit massiv für „Watson“, derzeit wohl das Nonplusultra im Bereich Künstlicher Intelligenz. Unter dem Stichwort „Outthink“ wird das „kognitive Zeitalter“ eingeläutet, vielfach allerdings noch unter dem Schleier der Geheimhaltung. Dabei geht es, wenn man so will, um den nächsten Schritt nach der Digitalisierung – so etwas wie „vernetzte Intelligenz“ als „eine neue Generation von Algorithmen und Mensch-Maschine-Schnittstellen, die es […] erlauben, strukturierte Daten, also Zahlen, und unstrukturierte Daten wie Texte, Bilder oder Videos gleichermaßen zu verarbeiten, Muster zu erkennen, Korrelationen herzustellen und so ein Verständnis für Themen oder Sachverhalte zu entwickeln“, wie es einer der wichtigsten Entwickler im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ beschrieb. Ein eigenständig lernender Superrechner also! Was sich anfangs noch nebulös oder gar ein wenig obskur anfühlt, wird bei näherer Beschäftigung rasch konkret und richtig faszinierend, auch bezüglich der beeindruckenden Möglichkeiten zum Beispiel beim Kundendialog oder im Wissensmanagement einer Organisation.

Bereits Mitte 2014 fragte ein Beitrag in der „FAZ“, ob wir in Anbetracht der famosen Fähigkeiten nicht sogar „Angst vor Watson haben müssen“. Einen Rest kritischer Distanz sollte man sich schon bewahren, da es in der „schönen neuen, von Bedenken gänzlich ungetrübten Digitalwelt“ und angesichts der großen Euphorie ansonsten schwer falle, „Fortschrittszweifel auch nur anzudeuten“. Inzwischen ahne ich, was damit gemeint ist: Wer Watson kennt, will ihn auch haben – zumindest mal ausprobieren …