Geschmackssache Event

Für die Saarländer ist ohnehin alles klar: „Hauptsach, gudd gess“, sagt man dort. Wenn ich die Erzählungen meiner Geschäftspartner und Freunde von den zurückliegenden Weihnachtstagen Revue passieren lasse, beschleicht mich ein ums andere Mal ebenfalls das Gefühl, es gebe wirklich nichts Wichtigeres als das Essen, wenn es um die Beurteilung einer Feier oder Veranstaltung geht. „Ach, dieser Rehbraten …“, wird da mit leuchtenden Augen geschwärmt. Oder man lobt in den höchsten Tönen die sozialisierende Nebenwirkung dieses „Ultimate Eggnoggs“ (auf Nachfrage entpuppte sich das Ganze letztlich als Großmutters guter, alter Eierlikörpunsch mit Sahnehäubchen). Für professionelle Events gilt das genauso: Die Bewirtung kann aus einer guten Veranstaltung eine hervorragende machen – und umgekehrt. Oft sind Speisen und Getränke zudem das Gesprächsthema Nummer eins – von Auswahl und Qualität des Essens über die Tischdekoration bis zum charmanten Nachfüllen. Nicht zu vergessen: eine ausreichende Menge. Hunger und Durst sind wahre Party-Crasher.

Auf der anderen Seite eignet sich Catering auch ganz besonders, um Beziehungen zu pflegen, Botschaften zu vermitteln und das Image zu profilieren. Das wussten die Kaiser im alten Rom und ließen ihren Gästen Nachtigallen- oder Flamingozungen vorsetzen, das wusste der sagenghaft reiche Jakob Fugger, der einen Bankierssohn mit weißem Kapaun und „Pfaffenhütlein“ aus Mürbeteig und Mandeln verwöhnen ließ, und das wissen auch die Marken-Experten von BMW, die das berühmte Münchner „Erlebnis- und Auslieferungszentrum“ mit Sterneküche adeln. „Ein guter Koch ist der gewandteste Kuppler, ein flinker Kellermeister der beste Versöhner – bei reichbesetzter Tafel ordnet sich alles“, wie es der Schriftsteller Heinrich Martin formulierte. Oder kurz nach Sokrates: „Ein gutes Essen bringt gute Leute zusammen.“

Traditionell macht die Bewirtung einen großen Teil des Budgets für eine Veranstaltung aus, gar nicht mal so selten sogar den Löwenanteil. Dabei geht es nicht einmal immer um Völlerei und edle Delikatessen – passen muss es! Und da gibt es für jede Zielgruppe und für jeden Anlass das Richtige – vom zünftigen Wintergrillen vor der Skihütte über Streetfood-Live-Cooking bei der Hausmesse bis zum glamourösen Gala-Dinner mit Deluxe-Weinbegleitung samt Starkoch zum Anfassen.

„Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Lebens, und tatsächlich sind unsere Stimmung, unser körperlicher Zustand, unsere Gesundheit und sogar unsere Gedanken damit verbunden, was und wie oft wir essen“, erläutert eine Bloggerin vom Fach. Kaum einer komme wegen des Essens, aber „bei jeder gesellschaftlichen Veranstaltung ist das Essen ein fester Bestandteil der Atmosphäre“. Eine amerikanische Kollegin warnt davor, das Catering als nebensächlich zu betrachten – bei Events gehe es immer auch um die Idee der Gastfreundschaft aus biblischen Zeiten. „Eine Mahlzeit ist also nicht nur eine Mahlzeit, sie ist eine Gelegenheit, Verbindungen zu knüpfen, Menschen zusammenzubringen, um Brot zu brechen.“ Und schon mache sich der stattliche Budgetanteil gewissermaßen doppelt bezahlt!

Das Hohelied der gekonnten Bewirtung singt man auch bei der Event-Agentur Realize in München. Die Geschäftsführer Gabriele von Zychlinski und Harald Paquin haben ein strategisches Bündnis mit einem führenden Spezialisten für Veranstaltungstechnik (Gahrens + Battermann) und der Catering-Abteilung des berühmten Feinschmeckerhauses Dallmayr geschlossen. Wie dieses Zusammenspiel aussehen kann, wurde kürzlich auf einer großartigen Veranstaltung für Kunden und Partner im „werk3studio“ in Vollendung gezeigt: „optisch und geschmacklich sinnliche Erlebnisse auf absolutem Topniveau“ und der Service „zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle“, wie es auf der Unternehmenswebsite heißt.

„Das Essen ist das, was die Leute am meisten in Erinnerung behalten“, sagt Florian Hettler von Dallmayr im Beitrag „Wenn Essen zur Inszenierung wird“ der „Süddeutschen Zeitung“. Neben hoher Qualität komme es dabei mehr denn je auf die Verpackung und das Rahmenprogramm an. Wie vielfältig das Angebot ist und welche Hürden dabei genommen werden müssen, beschreibt Hettler auch in einem Artikel der „Frankfurter Allgemeinen“. Als Kunde und vor allem Gast bekommt man von derlei Schwierigkeiten im Regelfall nicht das Geringste mit. Dann kann man sich ganz dem Genuss hingeben und es ansonsten mit Montesquieu halten: „Das Essen ist einer der vier Zwecke des Daseins – welche die drei anderen sind, darauf bin ich noch nicht gekommen.“