Gerüchten den Garaus machen

zndgrt16hesNicht nur in diesen Tagen haben Zündler leichtes Spiel: Mit oft hanebüchenen Gerüchten und frei erfundenen Lügen heizen sie den ohnehin überdrehten öffentlichen Diskurs rund um die so komplexe Flüchtlingsproblematik mühelos weiter an und schaffen es manchmal sogar auf das weltpolitische Parkett. Vor allem aber ist ihren Halb- oder Unwahrheiten schwer beizukommen. In der heutigen “Süddeutschen Zeitung” untersucht Sebastian Herrmann, “warum Gerüchte so mächtig sind”. Die Krux: “Wer aufklären will, erreicht oft das Gegenteil”, denn “wer Gerüchte widerlegt, befeuert deren Verbreitung” und verschafft der Falschmeldung auf diese Weise unabsichtlich sogar “eine noch größere Bühne”.

Dieses Problem kennen wir auch aus der Unternehmens- und Krisenkommunikation. Herrmanns Erläuterungen sind da eins zu eins übertragbar. “Es reicht nicht, Gerüchte lediglich als falsch zu kennzeichnen”, weil “die reine Korrektur einer Fehlinformation verpufft”. Vielmehr müsse die falsche “Information im Gehirn mit einer neuen Geschichte überschrieben werden”, wobei die Wiederholung der “unwahren Aussage auf das nötige Minimum reduziert werden” solle. Einer der bekanntesten Forscher auf diesem Gebiet ist Brendan Nyhan. Im Gespräch mit der “New York Times” hatte der schon vor knapp anderthalb Jahren den guten Rat gegeben, man müsse die Wahrheit genauso interessant und attraktiv für das Mit-Teilen machen wie die zu ersetzenden Mythen. Klingt nach einer schweren, aber machbaren Aufgabe für gute PR.