Gefühle gesichtet

mmkgstr15eijhnbNoch ist die menschliche Gefühlswelt mit vielen ungelösten Rätseln verbunden. Wegen der immensen Bedeutung für unser Leben ist der Umgang mit Emotionen allerdings mindestens genauso wichtig wie schwierig. Dabei hat sich die Wissenschaft auf höchstens acht sogenannte Basisemotionen geeinigt: Furcht/Panik, Zorn/Wut, Freude/Ekstase, Traurigkeit/Kummer, Akzeptanz/Vertrauen, Ekel/Abscheu, Überraschung/Erstaunen sowie Neugierde/Erwartung. Über die Mimik sind diese Gefühlsregungen uns Menschen gewissermaßen ins Gesicht geschrieben. „Der Freitag“ berichtet jetzt von einer Studie aus Österreich, nach der es hierbei „deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt“ und „auch die angebliche Position in der beruflichen Hierarchie“ unsere Wahrnehmung stark beeinflusst.

Die Erklärungsversuche klingen überzeugend: Zum einen kalkuliere der Betrachter ein, dass „Menschen nicht einfach nur ihren Emotionen Ausdruck verleihen, sondern auch Strategien verfolgen“, und die wären bei Männern eben „öfter konfrontativ“ und bei Frauen „häufiger vermittelnd“. In anderen Worten: „Wir erwarten den Ausdruck von Ärger ganz einfach eher von einem männlichen als von einer weiblichen Vorgesetzten“, wie „Der Standard“ einen der Studienleiter zitiert. Zum anderen sei denkbar, dass wir bei vermeintlich höher gestellten Personen schlicht etwas genauer hinsähen, und daher auch überdurchschnittlich oft mit unserer Deutung richtig lägen. Einmal mehr: Ansichtssache!