Feueralarm in der PR

Die PR-Branche als Schauplatz systematischer, ungezügelter Fremd- und Selbstausbeutung? Diesen Eindruck vermitteln die Reaktionen auf ein Interview des “PR Reports” mit Ulrich Schuhmann, einem mit der Branche gut vertrauten Personalberater, zur schwierigen Work-Life-Balance.

In dramatischen Worten und auffälliger Einhelligkeit schildern Leser dort ihre Erfahrungen mit miserablen Arbeitsbedingungen, maßlosen Überstunden, schlechter Bezahlung und fortwährenden Druck. “Nie wieder PR“, heißt es da zum Beispiel von einem Kommentargeber, der angibt, vier Jahre nach dem ersten Herzinfarkt endlich “die Reißleine gezogen” zu haben. Ein anderer Leser meint: “Wir haben Kraken gezüchtet, deren Arme uns nun erwürgen.” Und ein weiterer Kollege zieht das knallharte Fazit: ” Wenn schon Burnout, dann wenigstens mit Kohle”. Auch ich kenne die Dauerbelastung in der PR mit selbstverständlichen Überstunden und überzogenen Erwartungen, aber diese Fülle an enttäuschten, wütenden und fast schon verzweifelten Kommentaren überrascht mich doch.

Ulrich Schuhmann dürfte da mit seinem Appell richtig liegen: “Wir müssen irgendwann wieder lernen, Prioritäten so zu setzen, dass zwischendurch häufiger Phasen wirklicher Entspannung möglich sind.”