Fast unparteiisch

grnshmts15edfvMit Publikationen politischer Parteien ist das so eine Sache: Meist sind sie in ihren Texten und vor allem ihren Argumentationen dermaßen verbohrt, dass die Lektüre zum öden Dauerbeschuss mit altbekannten Parolen auf Parteilinie verkommt. Kürzlich bekam ich „grün. Das Magazin der bayerischen Grünen“ in die Finger, und war überrascht, wie lebendig formuliert und wenig „durchbebotschaftet“ es ist. Sachlich und mit vielen Fakten, fast schon objektiv. Und überdies auch noch sehr ansprechend mit viel Freiraum, Bildern und Liebe zum Detail (so pickt zum Beispiel ein freigestelltes Küken das erste „t“ aus „Wirtschaft“ heraus) gestaltet. Laut Editorial haben sich Bayerns Grüne bewusst für ein gedrucktes Magazin entschieden – für mehr Abwechslung und Tiefgang in unserer „schnellen Klickwelt, wo man kaum 20 Sekunden bei einem Artikel verweilt“. „Schmeckt’s?“, fragt die Titelseite. Ja, für ein Parteiblatt kommt’s erstaunlich gut.