Faktischer PR-Hebel

PR-Service DatenPresse- oder Medienarbeit lebt von Inhalten, am besten solchen mit hohem Nachrichtenwert – die Produktneuheit, der Umsatzrekord, das neue Werk oder auch die Personalie. Was aber, wenn sich da in der eigenen Unternehmung respektive Organisation partout nichts finden lässt? Dann greifen meine Kollegen und ich gerne auf den altbewährten “Faktentrick” zurück und nutzen den Hunger der Medien nach Zahlen und Daten, am besten noch schön aufbereitet und für den Konsumenten nützlich oder zumindest unterhaltsam. Passende Daten lassen sich in der Regel vergleichsweise günstig und schnell erheben oder sind vielfach ohnehin frei zugänglich, zum Beispiel über Statistiken von Behörden und Verbänden bei Plattformen wie Statista. Preiswert oder sogar gratis gelangt man so zu erstklassigem Futter für die Öffentlichkeitsarbeit.

Zwei gelungene aktuelle Beispiele nach ganz ähnlichem Schema mit eigenen oder eigens erhobenen Daten stellen die “Miet-Map” mit einer Art Mietspiegel für München nach S- und U-Bahn-Haltestellen sowie, passend zum Wintereinbruch, die “Rodelpistenkarte München” mit beliebten Schlittenhügeln dar. Eigentlich ganz banal, aber erfolgreich – bei insgesamt wohl überschaubarem Aufwand haben es die beiden Anbieter damit jeweils samt Namensnennung zum Beispiel in die als vergleichsweise “PR-resistent” bekannte “Süddeutsche Zeitung” geschafft.

Wer den “Dschungel der Zahlen und Werte” kritisch durchforsten und “Manipulation, Effekthascherei und Panikmache” durchschauen will, findet mit “Wahr oder wahrscheinlich” bei der Bundeszentrale für politische Bildung auch noch das ideale, sehr preiswerte Einstiegsbuch. Das Buch seziert übrigens genussvoll auch einige Taschenspielertricks unserer Zunft – leider ist nicht jede erfolgreiche Kampagne auch integer und aufrichtig (siehe Kommunikationskodex).