Digitale Habenichtse

daatindhndBernd Graff beschreibt in “Das kaufen wir euch nicht ab” in der “Süddeutschen Zeitung” den fundamentalen Umbruch im menschlichen Konsumverhalten im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung.

Noch vor einem Vierteljahrhundert hätten Besitztümer nicht zuletzt die Möglichkeit bedeutet, “das Konstrukt unseres Selbst aufrechtzuerhalten”. Heute hingegen gehöre der “physische Besitz eines Objekts” im Grunde gar nicht mehr zum “Akt des Konsums”. Der Glaube, dass Waren und Objekte unser Selbst veredeln können, sei überwunden. Vielmehr erlebten wir, so Graff in Anlehnung an den in England lehrenden Marketingprofessor Russell Belk, eine Ära des (Mit-)Teilens und der Dematerialisierung: Güter, aber auch Identitäten, seien “physikflüchtig” und könnten zum Beispiel durch Avatare ersetzt oder erweitert werden. Das mag nach einer furchtbar verstaubten Diskussion im akademischen Elfenbeinturm klingen, aber Marketingentscheider dürften darin wertvolle Ansätze für künftige Absatzstrategien erkennen.