Deutsch geht ab

Sprache„Das Deutsche ist die Sprache des aufgeklärten Geistes“, so zitiert Roland Kaehlbrandt in seinem Anfang November erschienenen „Logbuch Deutsch“ eine junge Deutsche libanesischer Herkunft. So weit muss man gar nicht gehen, um mit Kaehlbrandts aktuellem „Weckruf“ in der „Zeit“ das zum Teil doch sehr seltsame Verdrängen der deutschen Sprache aus Wissenschaft und Wirtschaft zu beklagen. Einer seiner Kerngedanken: „Das Deutsche macht es uns leicht, sich klar und verständlich auszudrücken und dabei auf den anderen einzugehen. Das könnte auch den Wissenschaften nützen.“ Stattdessen stellen wir fest, dass „alle Bereiche unserer Lebenswelt, die als modern oder zukunftsträchtig gelten, anglofon geprägt sind“, wie es der Literaturkritiker und Journalist Ulrich Greiner vor ein paar Jahren einmal formulierte. Vielleicht hilft auch hier die starke hiesige Wirtschaft – eine Fremdsprache wird vor allem aus Karrieregründen erlernt, und so meldete das Goethe-Institut Ende April zumindest für das Ausland: „Die deutsche Sprache ist auf dem Vormarsch“. Auch sprachlich scheinen wir also vor allem eine Exportnation zu sein.