Darf’s noch ein Löffel sein?

ZuckersüssGeharnischte Kritik an einer höchst fragwürdigen Organisation, erfolgreiche Eigen-PR der dreisten Art oder doch eher verlogene Meinungsmache pro Zuckerindustrie und „Coca-Cola“ mit gerechtem Gegenwind? Schwer zu sagen, was genau sich der Autor Detlef Brendel und die offenbar ungekürzt veröffentlichende „W&V“ mit dem maßlos giftigen „Leserkommentar“ unter dem Titel „Was erlaube Foodwatch?“ samt auffallendem Anwamsen an den DFB gedacht haben. Und ob die massive Kritik anderer Leser auf diesen „Text wie ein Schlägertrupp“ einkalkuliert respektive beabsichtigt war.

Von Brendel stammt das Buch „Die Zucker-Lüge“, das bei den Leserrezensionen bei Amazon (Stand heute) öfter einen Totalverriss (ein Stern) bekam als alle anderen vier möglichen Urteile (zwei bis fünf Sterne) zusammen. Den meisten Lesern dürfte bekannt sein, „dass die Verzuckerungspolitik der Lebensmittelindustrie und die Verharmlosung des süßen Stoffes bereits in den 70er Jahren eine gezielte Taktik war“, und es der „Zuckerindustrie jahrzehntelang gelungen ist, Verbraucher zu täuschen und ihre Produkte schönzureden“, wie es in einer „Arte“-Dokumentation hieß. Anfang des Jahres erschien ein längeres Interview mit Brendel zur angeblich „völlig unbegründeten Angst vor dem unbegründet verteufelten Zucker“ (das hat sein Co-Autor offenbar tatsächlich so gesagt …) in der „WirtschaftsWoche“.  Dort fragt die Redakteurin zum Ende des Gesprächs ganz offen, ob denn das Werk eine Auftragsarbeit der Lebensmittelindustrie sei. Anders sind solche Aussagen aber auch wirklich nur schwer zu erklären.