Da ist doch was faul

flhtrbt15rfvIrgendwie komisch: Während Frühstücksbrettchen, Sprüchemagnete und Kalenderblätter dem Müßiggang huldigen und die Menschen kaum etwas so sehr zu lieben scheinen wie das süße Nichtstun oder das „Chillen“ vor dem Fernseher, hören wir im Berufsleben fast ausnahmslos Klagen über Stress und Überlastung bzw. ständige Beteuerungen, wie eingespannt man doch sei und wie viel man zu tun habe. In der „Süddeutschen Zeitung“ kam kürzlich ein Beitrag über eine neue Studie, nach der „viele Arbeitnehmer nur vorgeben, ständig gestresst zu sein“, und sich „vor allem jüngere Menschen gedrängt fühlen, sich beschäftigter zu geben, als sie tatsächlich sind“. Der Grund: die grassierende „Angst vor der Überflüssigkeit“. So sei „gestresst sein“ längst „kein Warnsignal mehr, sondern Dauerzustand – und Statussymbol“. Unzählige Ratgeberbücher, Wellnesstempel und Seminare zur Bedeutung einer gesunden Lebensführung mit regelmäßigen Phasen der Entspannung haben daran offenbar wenig ändern können. Dabei wusste Cicero schon vor zwei Jahrtausenden: „Der ist kein freier Mensch, der sich nicht auch einmal dem Nichtstun hingeben kann.“ Und für John Steinbeck war klar: „Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.“ Mehr mußevolle Momente also – daran sollten wir arbeiten.