Bitte schön freundlich

frnih15jhvgEin freundliches Wort koste nichts und sei doch “das schönste Geschenk”, meinte die englische Schriftstellerin Daphne du Maurier. Dabei könnte sich Freundlichkeit für beide Seiten lohnen: Laut Wikipedia-Eintrag hat sich “die gezielt freundliche Intention sozialen Handelns im Umgang mit anderen Menschen” längst als nützlich “für ein kooperatives Miteinander” erwiesen. Nicht umsonst halten auch die meisten Eltern ihre Kinder immer wieder dazu an, lieb und freundlich zu sein. Der Moderator Jan Köppen hat für den “Disney Channel” kürzlich die “Mission Freundlichkeit” als 100-Tage-Experiment gestartet. “Das Ziel: mal wieder nett zueinander sein.” Etwas ganz Großes solle daraus werden – “alle sollen mitmachen und die Mission mit eigenen Aktionen unterstützen”.

Fraglich, ob das klappt. Hört man nicht immer wieder den Nett-ist-die-kleine-Schwester-von-…-Spruch? Und dichtete nicht Theodor Fontane: “Wie wohl mir’s tut, Daß nicht alles gut; Ist alles nett, So stict man im Fett.”? Mercedes Lauensteins Beitrag “Der war aber nett!” im Magazin “jetzt” der “Süddeutschen Zeitung” jedenfalls hält dagegen. Nettigkeit zahle sich aus – jede Begegnung funktioniere besser, “wenn Freundlichkeit im Spiel ist”. Wir Menschen hätten sogar ein “dringendes Bedürfnis, stets lauthals zu verkünden, wenn im öffentlichen Leben mal wieder jemand nett zu uns war”. Offenbar haben wir hier alle eine Art universellen Erziehungsauftrag, Find’ ich eigentlich ganz nett so.