Schlechterdings besser

Schlechte NeuigkeitenEs ist nicht leicht für Führungskräfte, im Umgang mit Mitarbeitern den richtigen Ton zu treffen. Ungleich schwieriger und vor allem unangenehmer ist es, wenn es schlechte Nachrichten mitzuteilen gibt. Die neue Ausgabe der „Wirtschaftspsychologie aktuell“ berichtet über Untersuchungen von Psychologen der Universität des Saarlandes zu einem neu entwickelten „Bad-News-Training für Manager“ zur Kommunikation bei zum Beispiel Kündigungen, Absagen oder Werksschließungen. Das Ergebnis: Die Trainingsmaßnahmen führten zu einer signifikanten Verbesserung der Ergebnisse und selbst der Ärger bei den Betroffenen fiel weniger stark aus. Das Training selbst umfasste drei Kernelemente: Fairness und Verfahrensgerechtigkeit (eindeutige Aussagen, Objektivität, nachvollziehbare Gründe, Respekt und Wertschätzung), richtige Übermittlung Schritt für Schritt (Gesprächsvorbereitung, keine Störungen, keine Umschweife, ausführliche Begründung, Gefühle des Gegenübers auffangen, nächste Schritte planen, Gespräch zusammenfassen und abschließen), sowie Eingehen auf Gefühle (Grundwissen über Ärger, Schock und Abwehrmaßnahmen sowie richtiges Zuhören und Nachfragen).

Auch nach dem Training werden solche Kündigungsgespräche und andere „Bad-News-Termine“ kein Kinderspiel sein, aber das sollten sie ja auch nicht. Im Gegenteil: Das mulmige Gefühl des Vorgesetzten vor solchen Anlässen kann auch als Brücke dienen, um empathisch und zugleich mit Bedacht vorzugehen. Und so etwas wie die Entlassung eines Mitarbeiters lässt eben „nur einen Psychopathen wirklich kalt“, wie es Coach und Managementtrainer Bernd Geropp einmal ausdrückte.