Pastewka gibt den Ton an

Pastewkas Lesung 2016Die erklärte Lieblingsserie meiner Familie ist „Pastewka“ mit dem titelgebenden Bastian Pastewka. Letzte Woche haben wir den „akribischen Humorarbeiter“, wie ihn die „Zeit“ genannt hat, live auf der Bühne erlebt, bei einer Lesung zum Erstlingsroman seines Co-Autoren Chris Geletneky („Midlife Cowboy“). Letztlich war das Ganze mehr Comedy als Lesung, Für mich das Beste daran war es, Pastewka als Meister des teilimprovisierten multisensorischen Vortrags zu erleben. Den eigentlichen Inhalt kombinierte er gleichermaßen lässig wie gekonnt mit Mimik, Gestik und vor allem Geräuschen und Musikschnipseln, die er wunderbar hemdsärmelig – fast möchte man sagen: unprofessionell – per Tablet-Computer einspielte. Darin lag meines Erachtens auch der Charme der Veranstaltung. Mit der Rhetorik-Expertin Anita Hermann-Ruess in ihrem Fachbuch „Emotionale Rhetorik“ kann man getrost als allgemeinen Lehrsatz festhalten: „Vorträge heute sind multimedial und multisensorisch.“ Wer es selbst erleben will: Noch bis Mitte Mai sind Pastewka und Geletneky auf Tour.