Wahre Größe in Buchform

Rührende Geschichten in den Sozialen Medien rund um Menschen in Not haben oft einen faden Beigeschmack. Nicht so in diesem Fall! In allergrößter Hochachtung verneige ich mich vor einem Freund aus Bamberger Studientagen: In zutiefst bewundernswerter Weise geht Andrew Knowlman aus England mit seiner furchtbaren, unheilbaren Krankheit ALS (Amyotropher Lateralsklerose) um, die einige dank der „Ice Bucket Challenge“ zumindest vom Hörensagen kennen. Nach und nach zerstört die degenerative Erkrankung Andrews Nerven und führt zu Lähmung und Muskelschwund. Seit dem Herbst 2015 kann er nicht mehr arbeiten. Fast jeden Tag wird das, was ihm körperlich möglich ist, ein Stückchen weniger. Mit der Hilfe seiner wunderbaren Familie, guter Freunde sowie engagierter Ärzte und Helfer kämpft er um jeden Moment Lebensfreude. In seinem Blog „stopforamomentpeople“ berichtet er davon – fast klaglos, in beschämender Dankbarkeit für die kleinen Dinge, und mit unbändigem Lebensmut. Inzwischen sitzt Andrew im Rollstuhl, kann nicht mehr gehen, nicht mehr eigenhändig schreiben, nicht einmal mehr sprechen. In dieser Situation hat er ein Buch auf Deutsch geschrieben: „Die kleine Backstube“, für englischsprachige Kinder, die Deutsch lernen. „In der Sprache, die ich liebe, für die Tochter, die ich liebe“, wie er es formuliert. Wie das ging? Mit einem augengesteuerten Computer Buchstabe für Buchstabe. Die britische Cartoonistin und Grafikerin Sarah Boyce hat das Werk illustriert. In fünf Tagen wird es veröffentlicht werden. Ein kurzes Video erzählt die Geschichte hinter Andrews Buch. Wer es kauft, hilft einem wundervollen Mann, der uns allen ein leuchtendes Vorbild sein sollte. Stop for a moment, people!