Schlagwort-Archive: Unternehmenskommunikation

Besiegelt gut für alle

Das weiß doch jeder: Ein Unternehmen soll Gewinne erzielen, die von den (Anteils-)Eignern privat vereinnahmt werden. Ganz anders aber ist dies nach der sogenannten Gemeinwohlökonomie, kurz GWÖ, ausführlich vorgestellt zum Beispiel in dem kostenlosen und grundsätzlich kritischen Buch „Selbst denken“ der Bundeszentrale für politische Bildung. In einer GWÖ definiere ein Unternehmen seinen Erfolg danach, ob es zum Wohlergehen Weiterlesen

Abschied von der gelben Kompassnadel

Daran muss ich mich erst noch gewöhnen: Die Anfang März 1995 von Michael Bürker und mir voller Tatendrang und Zuversicht im Münchner Stadtteil Altperlach eröffnete ComMenDo Agentur für Unternehmenskommunikation verschwindet nach beinahe 22 Jahren als eigenständige Marke vom Markt – die feine, kleine Agentur mit dem auffälligen Logo in Signalgelb wird ein Teil der Münchner Script Consult GmbH. Auch wenn Weiterlesen

Unternehmen zum Klingen bringen

unternehmensmusikMit einer Kollegin unterhielt ich mich gestern über Musik in der Unternehmenskommunikation. Nach meinem Dafürhalten gibt es hier noch viel zu viel Brachland. Zwar haben die meisten in der PR schon einmal etwas von akustischer Markenführung gehört, aber im Regelfall sind ein wenig Hintergrundmusik im Image-Video und die Live-Band beim Mitarbeiterfest schon das Höchste der Gefühle. Dabei tun sich einzigartige Weiterlesen

Vielversprechender Vierer

quartettEin Fachmedium lädt Leser zu einer zweitägigen Info-Veranstaltung ein, und ruft dafür auch noch eine stattliche Teilnahmgebühr in Höhe von 990 Euro auf – dennoch scheint die „Newsroom-Tour“ des „PR Reports“ aus Hamburg ein riesiger Erfolg zu sein und wird wegen großer Nachfrage Mitte November unter dem Motto „Die digitale Transformation der Unternehmenskommunikation“ erneut angeboten. Kein Wunder, wenn man Weiterlesen

Starker Premierenmoment

Siemens Twitter-MomenteErstaunlich lange hat’s gedauert: Mit dem Technologiekonzern Siemens gibt es erstmals auch in Europa einen Nutzer des neuen Twitter-AngebotsMoments“, bei dem man über den Kurznachrichtendienst nach dem „Best of“-Prinzip „Tweets zu einer zusammenhängenden Geschichte zusammenfassen und so kreatives Storytelling betreiben“ kann, wie die „Horizont“ berichtet. Siemens‘ Erstling „It takes #Ingenuity to create greatness in #life“ ist Weiterlesen

Geht’s raus und spielt’s …

Pokemon Go in der UnternehmenskommunikationPokémon Go ist der Hype der Stunde“, zitiert die „Horizont“ Fischer-Appelt-Experting Franziska von Lewinski. Das App-Spiel für das Smartphone ist zwar hinsichtlich Technik und Spielprinzip letztlich nichts wirklich Neues (siehe „Hype mit Vorgeschichte“), katapultiert aber „als Kombination aus Augmented-Reality-Spiel und einer weltweit bekannten Marke“, wie es bei der „Zeit“ heißt, erstmals das vermeintliche Nischenthema Weiterlesen

Binäre Trunkenheit

Digital besoffenLaut Statista dürfte der Umsatz mit digitaler Werbung in diesem Jahr hierzulande auf mehr als 6,3 Mrd. Euro klettern, fast die Hälfte davon für  Suchmaschinenwerbung. „Was geht, in Digital“, scheint die Parole vieler Werber zu sein. Die „Horizont“ hat gestern einen recht ausführlichen Beitrag zu Christof Baron, gebracht, einem der „großen Digitalexperten seiner Zunft“, der darin die „digitale Besoffenheit“ der Werbewirtschaft Weiterlesen

Strategie hinter Klostermauern

strtgukmnk14klmbhucfWieder geht es um Fortbildung, aber diesmal um meinen Einsatz als Dozent zu „Strategischer Unternehmenskommunikation“ in Kulmbach, dem oberfränkischen Zweitstandort der Akademie der Bayerischen Presse. Die Themen an den beiden von mir gestalteten Tagen reichten von Sozialen Handlungstypen über fernöstliche Strategeme und Organisatorische Strategietypen bis zur „Sprungbrettkonzeption“. Nicht nur die Teilnehmer waren große Klasse, sondern auch der Rahmen in einem prachtvollen ehemaligen Zehntstadel der Zisterzienser. Inhaltlich wie die Faust aufs Auge passt zu unserem Kurs ein aktuelles Interview mit Strategieberater Thomas Stach im „PR Report„. Der Kern: „Höchste Zeit“ sei es, etwas gegen die ausgeprägte „Strategie- und Business-Ferne“ vieler Kommunikatoren zu unternehmen, damit Spitzenmanager PR-Berater nicht nur „als Fachexperten“, sondern endlich auch „als strategischen Partner ernst nehmen“ könnten. Genau so oder doch so ähnlich habe ich das mantrahaft in Kulmbach vorgebetet – und beten lässt es sich ja bekanntlich gut in klösterlicher Umgebung.

Ganz schnell in der Politik

Bnagzg14kjhvfMit einer Kollegin diskutierte ich am Wochenende über den heftig umstrittenen Besuch des Siemens-Chefs Josef Käser bei Russlands Präsidenten Wladimir Putin vor dem Hintergrund der schwelenden Krim-Krise (in der „Süddeutschen Zeitung“ nennt Stefan Kornelius „die Demutsbezeugungen der Industrie in Richtung Moskau beschämend“). Das Oberhaupt einer Weltmacht im Gespräch mit dem Lenker eines Weltkonzerns – das überrascht in PR-Kreisen kaum jemanden. Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings, wie rasch selbst bei kleineren bzw.  mittelständischen Unternehmen „ganz normale PR“ eine politische Dimension bekommen kann. Sagen wir besser: Unternehmenskommunikation ist im Grunde immer auch politisch, von der Fabrikschließung als Thema der Lokal- und Regionalpolitik über Rohstoffe aus dem Ausland bis zu EU-Hygienevorschriften. Im Gegenzug sind Wirtschaft, Arbeit und Konsum seit jeher Kerngebiete politischer Gestaltung. Oder, wie es Dieter Hildebrandt gewohnt bissig ausdrückte: „Politik ist nur der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.“

Das Markenhaus

satguse14uifcFür die meisten Beobachter fällt es unter die Rubrik „Employer Branding„, dabei ist es wohl auch ein gelungenes Beispiel für unkonventionelle Unternehmens- und Markenkommunikation insgesamt; das erst in der vergangenen Woche eröffnete „Starting House“ der schwedischen Modekette Hennes & Mauritz (H&M) in Berlin, weltweit das erste seiner Art. „„Hier kann sich jeder über unsere Mode informieren und wir wollen uns als Arbeitgeber präsentieren“, so eine Sprecherin im Fachmedium „Textilwirtschaft„. Auch das Unternehmen selbst kann man in Berlin kennenlernen. So werden sich dort in den kommenden Monaten auch Abteilungen und Führungspersönlichkeiten vorstellen. Dazu passt das offizielle Motto: „ein Ort, wo sich Menschen und Ideen verbinden“.

Aus meiner Sicht verfolgen die HR- und PR-Macher da einen sehr vielversprechenden Ansatz für die beliebte Marke. Ähnlich der Kommentar im Szenebog „LesMads„: „Ich finde diese Idee nicht nur revolutionär, sondern auch absolut großartig. Irgendwie scheint der große H&M-Riese dadurch auf Normalgröße geschrumpft zu sein und wirkt endlich wieder nahbar.“