Schlagwort-Archive: Twitter

Zeichen der Zeit

Gestern stand ich an der Bushaltstelle vor dem Plakat eines Autoherstellers und wunderte mich mal wieder über den riesigen Störer mit ziemlich sinnfreiem Hashtag-Hinweis – das soll ein Schlagwort sein, das auch nur eine Handvoll Leute in den Sozialen Medien benutzt? Echt jetzt? In diesem Fall schien mir das im Grunde ausgeschlossen. Aber darum geht es in vielen Fällen auch gar nicht. Das dank Kurznachrichtendienst Twitter berühmte Weiterlesen

Starker Premierenmoment

Siemens Twitter-MomenteErstaunlich lange hat’s gedauert: Mit dem Technologiekonzern Siemens gibt es erstmals auch in Europa einen Nutzer des neuen Twitter-AngebotsMoments“, bei dem man über den Kurznachrichtendienst nach dem „Best of“-Prinzip „Tweets zu einer zusammenhängenden Geschichte zusammenfassen und so kreatives Storytelling betreiben“ kann, wie die „Horizont“ berichtet. Siemens‘ Erstling „It takes #Ingenuity to create greatness in #life“ ist Weiterlesen

Polizeilicher Bildersturm

npzeism14ugcDer Grad an Steuerbarkeit ist bei jeder Kommunikationsmaßnahme eines der Entscheidungskriterien. Die Sozialen Medien stellen da oft gefährliches Terrain dar. Diese Erfahrung musste jetzt die New Yorker Polizei mit ihrer Twitteraktion „#ourNYPD“ machen, bei der Bürger Fotos von sich mit ihrem „Freund und Helfer“ im „Big Apple“ ins Netz stellen sollen. Schnell kamen Tausende von kritischen Beiträgen zusammen, oft genug mit Fotos von gewalttätigen oder vermeintlich rassistischen Einsätzen.

„Ein klassisches Beispiel für eine Social-Media-Kampagne, die so richtig nach hinten losgegangen ist“, urteilt der „Stern“. Der „Spiegel“ stößt ins gleiche Horn: „Im Netz gilt die Aktion inzwischen als Paradebeispiel für ein ‚Bashtag‚. Ein Hashtag, das benutzt wird, um jemanden oder etwas fertig- oder niedermachen.“ Doch da bin ich mir nicht so sicher, denn zum einen fällt die Bilanz der Polizeiarbeit in NewYork nachweislich ziemlich gut aus und gibt es zum anderen mehr und mehr positive Stimmen. Zudem reagiert die Behörde auffallend souverän und hat dazu aufgerufen, weiter Fotos einzureichen – „good or bad.” Gut so – ganz ehrlich.

Gehacktes auf Twitter

Da staunten die Twitter-Nutzer nicht schlecht: Über die Burger-King-Seite wurde gestern der angebliche Verkauf an den großen Konkurrenten und Weltmarktführer McDonald’s bekannt gegeben – weil der „Whopper gefloppt“ sei. Offenbar war der beliebte Kurznachrichtenkanal von einer nur lose verbundenen Hackergruppe namens „LulzSec“ im Anonymus-Umfeld gekapert worden, und zwar für immerhin fast anderthalb Stunden. Entsprechend zahlreich waren hämische Kommentare anderer Nutzer, wie auch der „Spiegel“ berichtet.

Angesichts der Attacke äußerten sogar die für Soziale Medien Verantwortlichen einiger Wettbewerber ihr Mitgefühl: „Mein Alptraum spielt sich gerade bei @BurgerKing ab“, meinte laut einem Beitrag der „Lübecker Nachrichten“ zum Beispiel Amy Rose Brown von Wendy’s. Und das McDonald’s-Team habe unverzüglich versichert, nichts mit dem Ganzen zu tun gehabt zu haben. Wohl nur ein schwacher Trost für die „Königlichen“ …

Zwitschernd verstrickt

Ein britischer Politiker war zu Unrecht des Missbrauchs beschuldigt worden, und neben der BBC verbreiteten auch tausende Twitter-Nutzer den irrigen Vorwurf, noch dazu bei Nennung des vollen Namens. Der Schaden für den Betroffenen dürfte gar nicht zu bemessen sein, wie auch in Rainer Stadlers Kolumne in der „Neuen Zürcher Zeitung“ zu lesen ist. Zugleich zeigt sich einmal mehr, wie sehr die unkomplizierte Multiplizierung von Inhalten auf Knopfdruck durch „Likes“ und „Retweets“ in den sozialen Medien Segen und Fluch zugleich ist. Stadlers Fazit: „Die BBC-Affäre sollte dazu anregen, auch den Retweet-Knopf vorsichtiger zu betätigen. Wer schwere Vorwürfe weiterverbreitet, macht sich zum Komplizen. Es gilt die unspektakuläre Regel: erst denken, dann zwitschern.“