Schlagwort-Archive: Transparenz

Weichenstellung Horrorbilanz

FreudentrauerErst jetzt wurde ich dank „PR-Magazin“ auf den schon rund zwei Wochen alten Beitrag „Peinliche Presseerklärungen. Falsch, verlogen, zynisch“ im „Handelsblatt“ aufmerksam. In ihm geht es wieder einmal um die Tendenz der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit zur fast schon albernen Verschleierung und Beschönigung. Die Marschroute ist meist schon gleich an der überdehnten Überschrift einer Pressemitteilung zu erkennen – da Weiterlesen

Kommunikation mit Nährwert

lensmtveod15zcfDie 2011 eingeführte Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) zur verbraucherfreundlicheren Kennzeichnung von Lebensmitteln kenne ich gut von meinem damaligen Kunden McDonald’s, der sich stets als Vorreiter innerhalb seiner Branche verstanden hat. Jetzt ist die neue Fassung mit zahlreichen Änderungen von verpflichtenden Angaben über Ersatzzutaten bis zur Schriftgröße in Kraft getreten. Dennoch gibt es viel Kritik. So halten zum Beispiel deutsche Bäcker die Unklarheiten bei der Allergenkennzeichnung loser Ware schlicht für „untragbar„. Auch die Verbraucherzentralen sehen trotz „Verbesserungen in einigen Punkten“ nach wie vor viele „ungünstige Regelungen“ und kritisieren die langen Übergangsfristen scharf. In seinem Fazit könnte man dem Vegetarierbund Deutschland beipflichten: Hier wurden „viele Chancen für eine transparente Produktkennzeichnung vertan„. Nach der Novelle ist vor der Novelle – hoffentlich lässt sie nicht lange auf sich warten.

Klarheit führt

kmpawn14hjgvcFast übersehen hätte ich einen Beitrag in „Wirtschaftspsychologie aktuell“ von Anfang Oktober über eine Studie der Universität California State zur Führung in Teams. Interessant dürften vor allem die Ergebnisse zu virtuellen Teams sein, die über Länder, Kulturen und Zeitzonen hinweg effizient kooperieren sollen. Während sich klassische Führung dort als „nutzlos“ erwies, stellten sich zwei Merkmale als sehr wirksam heraus: zum einen geteilte Führung, bei der mehrere Teammitglieder Verantwortung übernehmen, sowie Transparenz und klare Ansagen mit präzisen Informationen. „Virtuelle Teams profitieren nicht von motivierenden Worten, sondern von klaren Ansagen“, könne man die Ergebnisse der Studie zusammenfassen. Den Originalbeitrag gibt es hier bei der American Psychological Association.

Offen manipuliert

gnmaipuit14zcViele Zeitungen berichten heute so wie der „Stern“ daüber, dass McDonald’s seinen Geflügelfleischlieferanten künftig europaweit genmanipulierte Futtermittel erlaubt. Der „Spiegel“ zitiert eine Greenpeace-Sprecherin, derzufolge sich beispielsweise ein Chickenburger um weniger als einen Cent verteuern würde, wenn der Fast-Food-Konzern, für dessen in- und externe Kommunikation ich jahrelang gearbeitet habe, hier weiterhin konsequent auf Gentechnik verzichten würde. Bekannt wurde die Genfutter-Zulassung jetzt nach einem Schreiben, in dem McDonald’s die Umweltaktivisten offenbar vorab über das „Ende der Selbstverpflichtung“ informiert hat. Das wiederum spräche zumindest für einen erfreulich offenen Umgang mit den wenig erfreulichen Neuigkeiten. Ich bin gespannt, ob Kunden und Umweltschützer das werden honorieren wollen.

Falsch verbunden

zptfontonDas NDR-Magazin „Zapp“ bietet zu einem Bericht über das zweifelhafte PR-Instrument Telefonaktionen eine komplette eigene Themenseite mit Interviews und Hintergrundmaterial des Autoren Daniel Bröckerhoff. Das seit Jahrzehnten erfolgreiche Prinzip ist so simpel wie ausgefuchst: Interessierte, meist persönlich betroffene Leser, Hörer oder sonstige Nutzer wenden sich im Rahmen einer vermeintlich selbstlosen Serviceaktion ratsuchend an die Redaktion und sind dann vor allem Empfänger und Vehikel für die PR-Botschaften eines oder mehrerer Auftraggeber. Günstiger und vor allem verlässlicher kommen PR-Macher selten an ihre Kernzielgruppen und zu breiter Medienpräsenz. Unerfreulich ist vor allem die fehlende Kennzeichnung. Den erhofften „Expertenrat zum Nulltarif“, mit dem ein Anbieter für seine Dienste wirbt, bekommt man hier nämlich in der Regel nur bedingt. Ausnahmen gibt es, zum Beispiel bei Telefonaktionen mit unabhängigen Wissenschaftlern, aber meist stecken ganz handfeste Interessen hinter solchen Angeboten. Eine saubere Kennzeichnung ist also oberstes Gebot.