Schlagwort-Archive: Strategie

Wirkung ohne Plan

herzen mut muenchen„Die sicherste Methode, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten“, so ein wunderbares Zitat des österreichisch-amerikanischen Ökonomen und Managementvordenker Peter Drucker. Dabei besteht ein guter Teil unternehmerischen Handelns eben genau in dem Versuch, Künftiges möglichst exakt zu erahnen, sich gegen Risiken zu wappnen und Chancen zu nutzen. Auf der gestrigen Veranstaltung „Kreativ im Ungewissen“ in Weiterlesen

Gespielter Erfolg

Strategiespiel16ffeÜber die Gesellschaft zur Förderung Angewandter Betriebswirtschaft und Aktivierender Lehr- und Lernmethoden in Hochschule und Praxis, kurz Gabal, nahm ich gestern an einem „Erfolgsforum Strategieabend-Spiel“ in München teil. Ausgehend vom Modell der „Engpasskonzentrierten Strategie“ (EKS), sollten alle Teilnehmer die „eigene Strategie spielerisch aus- und überarbeiten“ und vor allem an ihrer Positionierung und Zielgruppendefinition feilen. Trotz bunten Spielfiguren, Würfel, Karten und Spielbrett: ein Kinderspiel ist strategische Positionierung definitiv nicht. Zweifelsohne aber haben sich Lern-, Rollen- und Planspiele sowie sogenannte Serious Games in der Wissensvermittlung und in der Beratung sowie im Training und Coaching bei belegbarem Erfolg bewährt. Spielen ist nicht nur ein „dem Menschen innewohnendes Prinzip“ (Edmund Burke), sondern unter Umständen auch „die einzige Art, richtig verstehen zu lernen“ (Frederic Vester). In jedem Fall ist etwas Wahres daran, wenn Jacques-Yves Cousteau konstatiert: „Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann.“

Alles auf Anfang

pranfg15fvhÄrmel hochkrempeln und einfach mal machen – oft ist das eine ganz ausgezeichnete Idee. Beim Einstieg in PR und Medienarbeit als KMU sehe ich da eher schwarz. Das Wirtschaftsmagazin „Impulse“ bietet seit gestern eine kompakte, aber durchaus brauchbare Zusammenstellung mit „16 Tipps für eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit“. Alle Vorschläge sind gut und halbwegs laientauglich beschrieben, praktikabel und auch ohne großes Budget realisierbar. Leider fehlt das vielleicht wichtigste: sich überlegen, was man mittel- und langfristig überhaupt erreichen will und welcher Weg mit welchen Mitteln zum Ziel führt. „Rufen Sie einfach Ihr Wunschmedium an„, so der Appell des Autoren – ich habe bei Kunden und Kollegen viel zu viele erfolglose oder sogar kontraproduktive „Einfach-mal-Anrufe“ erlebt, um nicht dezidiert davon abzuraten. Ein Start in Public Relations ohne zumindest einfachen strategischen Unterbau ist mit großer Sicherheit schlicht ein Anfängerfehler.

Strategischer Pulverdampf

strtgpr15elpHeute will ich einen Lesetipp meines früheren Geschäftspartners bei ComMenDo weitergeben (danke, Michael): „Kriegstheorie und PR. Die richtige Strategie gibt es nicht“, ein gehaltvolles Interview mit dem Politikwissenschaftler und Clausewitz-Experten Andreas Herberg-Rothe im „Pressesprecher“. Obwohl das Gespräch selten so ganz in Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation ankommt und immer ein wenig „off-topic“ bleibt , hält es ein paar wertvolle Anregungen bereit. Es geht um „Wirtschaftskriege“ und „PR-Schlachten“, wie man verlieren und doch gewinnen kann, oder wie man Niederlagen „ümmünzt“. Oft gehe es weniger „darum, selbst alles richtig zu machen“, als abschätzen zu können, „wie das Gegenüber oder der Gegner als Nächstes handeln wird“. Das kling ganz nach unserem Metier. Mit Blick auf den oft so hektischen PR-Alltag erscheint mir Moltke im Zweifel allerdings noch passender als Clausewitz: „Strategie ist ein System von Notbehelfen.“

Digital in Stellung gehen

brsuptz15djlDer „PR Report“ berichtet vom frisch aufgelegten „Deutschen Markenreport Spezial 2015“ aus dem Hause Brandoffice in Zusammenarbeit mit der „Absatzwirtschaft„. Deutschlands Marken stünden wegen der fortschreitenden Digitalisierung unter enormem Anpassungsdruck und letztlich dem Zwang zur systematischen Neupositionierung. Jedes zweite Unternehmen überarbeite sein Geschäftsmodell und knapp zwei Drittel ändere zumindest das Sortiment. Immerhin eine von vier Marken definiere sogar „ihre Markenwerte neu“. Parallel dazu setzten die Markenentscheider meist auf einen verbesserten Kundendialog. Derzeit klaffe bei der „durchgängigen Qualität des persönlichen Dialogs mit der Zielgruppe“ eine „große Lücke zwischen Anspruch und Realität“. Kunde, wir müssen reden.

Strategie hinter Klostermauern

strtgukmnk14klmbhucfWieder geht es um Fortbildung, aber diesmal um meinen Einsatz als Dozent zu „Strategischer Unternehmenskommunikation“ in Kulmbach, dem oberfränkischen Zweitstandort der Akademie der Bayerischen Presse. Die Themen an den beiden von mir gestalteten Tagen reichten von Sozialen Handlungstypen über fernöstliche Strategeme und Organisatorische Strategietypen bis zur „Sprungbrettkonzeption“. Nicht nur die Teilnehmer waren große Klasse, sondern auch der Rahmen in einem prachtvollen ehemaligen Zehntstadel der Zisterzienser. Inhaltlich wie die Faust aufs Auge passt zu unserem Kurs ein aktuelles Interview mit Strategieberater Thomas Stach im „PR Report„. Der Kern: „Höchste Zeit“ sei es, etwas gegen die ausgeprägte „Strategie- und Business-Ferne“ vieler Kommunikatoren zu unternehmen, damit Spitzenmanager PR-Berater nicht nur „als Fachexperten“, sondern endlich auch „als strategischen Partner ernst nehmen“ könnten. Genau so oder doch so ähnlich habe ich das mantrahaft in Kulmbach vorgebetet – und beten lässt es sich ja bekanntlich gut in klösterlicher Umgebung.

Schuldbewusst vor der Kamera

bugrkgbrk14kjhgvEine aufsehenerregende Kampagne soll für Deutschlands zweitgrößte Burger-Kette die Kohlen aus dem Feuer holen. Nach den Enthüllungen eines Teams um Günter Wallraff für RTL stellt sich der Deutschlandchef von Burger King zur besten Sendezeit in großem Mea-culpa-Gestus in einem einminütigem Spot vor die Kameras und gelobt sofortige Besserung. Ulrike App sieht die Kampagne und das Paket an Gegenmaßnahmen in der „w&v“ insgesamt positiv, vor allem im Vergleich zur erfolglosen „Hinhaltetaktik“ beim ebenfalls krisengeschüttelten ADAC. Die Videobotschaft des Fastfood-Konzerns führe „weg von einer zu künstlichen und inszenierten Darstellung“ und bringe „dafür mehr Authentizität„.

Der Markenexperte Klaus-Dieter Koch von Brand Trust sieht in einem Gespräch mit dem „Handelsblatt“ zwar „den richtigen Ansatz“, aber auch viele Schwachpunkte. Vor allem stört er sich an der Entscheidung für eine TV-Kampagne: „gute Intention, falscher Kanal„, meint er. Die avisierte Gründung eines Gästebeirats wertet er „als kleine PR-Finte“. Das sehe ich auch so. Und wie Koch gehe ich auch davon aus, dass es einige Jahre dauern wird, „um das Image wieder zu wandeln“. Aber immerhin kann Burger King auch auf ganz konkrete Maßnahmen wie zusätzliche Kontrollen durch TÜV Süd verweisen. Aus meiner jahrelangen Arbeit für Deutschlands Platzhirschen McDonald’s weiß ich recht gut, wie lange es dauert, um über ein Plus an Transparenz nach und nach neues Vertrauen zu gewinnen. Gelingen aber kann es. Ich wünsche Burger King einen langen Atem.

Das Markenhaus

satguse14uifcFür die meisten Beobachter fällt es unter die Rubrik „Employer Branding„, dabei ist es wohl auch ein gelungenes Beispiel für unkonventionelle Unternehmens- und Markenkommunikation insgesamt; das erst in der vergangenen Woche eröffnete „Starting House“ der schwedischen Modekette Hennes & Mauritz (H&M) in Berlin, weltweit das erste seiner Art. „„Hier kann sich jeder über unsere Mode informieren und wir wollen uns als Arbeitgeber präsentieren“, so eine Sprecherin im Fachmedium „Textilwirtschaft„. Auch das Unternehmen selbst kann man in Berlin kennenlernen. So werden sich dort in den kommenden Monaten auch Abteilungen und Führungspersönlichkeiten vorstellen. Dazu passt das offizielle Motto: „ein Ort, wo sich Menschen und Ideen verbinden“.

Aus meiner Sicht verfolgen die HR- und PR-Macher da einen sehr vielversprechenden Ansatz für die beliebte Marke. Ähnlich der Kommentar im Szenebog „LesMads„: „Ich finde diese Idee nicht nur revolutionär, sondern auch absolut großartig. Irgendwie scheint der große H&M-Riese dadurch auf Normalgröße geschrumpft zu sein und wirkt endlich wieder nahbar.“

Strategie Fehlanzeige

8515saensudiDer „PR Report“ berichtet über eine neue Studie der Universität St. Gallen mit wirklich erstaunlichen Ergebnissen über das eher „planlose Handeln im Digitalen„. Die untersuchten Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum steckten zwar viel „Geld und Arbeitszeit in digitale Kanäle wie Corporate Websites und Social Media“ , doch in der Regel ohne „wirkliche, übergreifende Strategie„. Stattdessen werde eher auf „kurzfristig umsetzbare Taktiken“ und „kleinteiliges“ Vorgehen gesetzt. Offenbar hält die große Verunsicherung unter den Entscheidern trotz einer Fülle an Erkenntnissen und jeder Menge solidem Datenmaterial weiter an. In diesem Umfang hätte ich das dann doch nicht erwartet.

 

Handelsmarketing im Schnelldurchgang

Schon zweimal habe ich in diesem Dezember beim Kunden einen halbtägigen Workshop zum Thema Handelsmarketing durchgeführt. Und das Feld ist wirklich weit – von der Positionierung bis zur Zeitplanung, von der Markenstrategie bis zum After-Sales-Programm, von AIDA-Formel bis Zweitverwertungsmethode und von der Anzeige über die Telefenakquisition und Suchmaschinenoptimierung bis zum Werbebriefverstärker.  Schade, dass man die meisten Themen da letztlich nur oberflächlich streifen oder exemplarisch beleuchten kann. Großen Spaß hat’s mir trotzdem gemacht, vor allem dann, wenn die Teilnehmer ins Diskutieren oder Selbermachen kamen. Gerne wieder …