Schlagwort-Archive: Soziale Medien

Zeichen der Zeit

Gestern stand ich an der Bushaltstelle vor dem Plakat eines Autoherstellers und wunderte mich mal wieder über den riesigen Störer mit ziemlich sinnfreiem Hashtag-Hinweis – das soll ein Schlagwort sein, das auch nur eine Handvoll Leute in den Sozialen Medien benutzt? Echt jetzt? In diesem Fall schien mir das im Grunde ausgeschlossen. Aber darum geht es in vielen Fällen auch gar nicht. Das dank Kurznachrichtendienst Twitter berühmte Weiterlesen

Der Zauber des Gegenschlags

Ende Januar überraschte das „Manager Magazin“ mit einer sogenannten Meinungsmache, warum Manager besser nicht sein sollten, was heutzutage dem Vernehmen nach fast jeder sein möchte: schlagfertig. Im Grunde sei Schlagfertigkeit doch nur „sanktionierte verbale Aggressivität“ und ein egoistisches, wenig zielführendes Werkzeug zur kurzfristigen Pflege persönlicher Neurosen. Schneller Effekt statt guter Antwort. Im Zweifel Weiterlesen

Die alten Jungen

YouTube-Sexismus„Die Digitalisierung und die daraus erwachsende Jugendkultur stellen erstmals die gesamten gesellschaftlichen Strukturen nachhaltig auf den Kopf“, schreibt der junge Münchner Unternehmensberater und Autor Philipp Riederle stellvertretend für die „Digital Natives“ der „Generation Y“ auf seiner Website. Alles anders, alles neu, möchte man meinen. Wer sich genauer mit den Eingeborenen „Digitaliens“ und ihren dauerberieselnden Kanälen Weiterlesen

Wider das Zündeln

GegenwindEgal ob Daesh-Fanatiker, Pegida-Hetzer oder manche christliche Fundamentalisten – Unvernunft, Hass und Ignoranz oder gar dreiste Lüge gehen gerade im Internet als sogenannter Hatespeech eine oft unheilvolle Melange ein. Der Social-Media-Gigant Facebook trommelt vor diesem Hintergrund für das „Counterspeech“-Konzept: „Den verbalen Entgleisungen, den menschenverachtenden Kommentaren, den Aufrufen zu Gewalt […] müssten noch Weiterlesen

Schnäppchen im Gespräch

SnapChat FragenZusammen mit einem spezialisierten Partner soll ich für einen Kunden bis Ende des Monats einen Social-Media-Kanal bewerten, der laut „Horizont“-Gastbeitrag „derzeit die halbe Marketing-Welt verrückt macht“, weil keiner „das vermeintlich nächste große Ding verpassen“ will: Snapchat, die Plattform mit hochformatigen Videos, bei der geteilte Inhalte nach längstens 24 Stunden wieder verschwinden. Und noch einen Weiterlesen

Widerstand gegen die Trolle

Troll-SchildDass eine ganze „Troll-Armee“ oder „Troll-Fabrik“ aus Russland „verdeckte Manipulationen im Internet betreibt“, wie es bei Wikipedia heißt, wissen wir seit vielen Jahren. Wie das mit den sogenannten Kremlbots laufen kann, zeigen zum Beispiel eine Reportage aus der „Frankfurter Allgemeinen“ und ein rund zweiminütiges „N24“-Video. Im Kampf gegen die subversiven Propagandaattacken des mächtigen Gegners Weiterlesen

Flatrate-Performance in der Crowd

Permanent vernetztDie „Zeit“ hält unter dem leicht abgestandenen Titel „Das neue Normal“ einen hervorragenden wissenschaftlichen Gastbeitrag mit insgesamt 17, in ihrer Klarheit und Kompaktheit erfrischenden Thesen zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Online- und Mobilkommunikation sowie der Sozialen Medien in unserer dauervernetzten Welt („permanently online, permanently connected“) bereit. Die Überlegungen reichen von Weiterlesen

Digitale Werkzeugparade

Tools„Der Mensch ist ein auf Werkzeug angewiesenes Wesen. Ohne Werkzeug ist er nichts, mit Werkzeug ist er alles.“ Das stellte der schottische Philosoph und Schriftsteller Thomas Carlyle bereits vor weit über hundert Jahren ganz grundsätzlich fest, aber selten zuvor dürfte seine Einschätzung auf eine Personengruppe besser gepasst haben als auf den heutigen PR-ler, auch wenn der freilich eher neudeutsch von „Tool“ spricht. Einen schön umfänglichen Blick in ihre berufliche Online-Werkzeugkiste gewährt uns Adenion-Chefin Melanie Tamble jetzt in ihrem Beitrag „Die besten Tools für Content Marketing, PR und Social Media“, den auch das „PRmagazin“ in seiner heutigen Medienschau aufgegriffen hat. Danke für die Anregung!

Weite Web-Welt an der ABP

PR im WebHeute begann mein zweitägiger Aufbaukurs zu „PR im Web“ an der Akademie der Bayerischen Presse in München. Der indische Vordenker Avinash Kaushik, bekannt als „Googles digitaler Marketing-Evangelist“, meinte ja einmal, soziale Medien seien wie Teenager-Sex und letzten Endes fast ein bisschen enttäuschend, aber die Möglichkeiten, die das Internet mit ihrer Social-Media-Fülle auch jenseits von Facebook heute bietet, sind enorm. In dem Kurs mit Workshop-Charakter geht es vor allem darum, in Journalismus und PR systematisch die richtigen Kanäle auszuwählen und mit klugem crossmedialem Storytelling wirksam mit den richtigen Inhalten zu bespielen. Sonst bleibt auch Facebook „nur ein Marktplatz – auf dem die Marktschreier sich gegenseitig anschreien“, wie es in der „WirtschaftsWoche“ hieß.

Sturm im Wassermarkt

ntlprstrm15tgfLaut Bewertung des „Bayerischen Rundfunks“ gerät die aktuelle Twitter-Kampagne „#FragNestlé“ des schweizerischen Nahrungsmittelkonzerns gerade „zum Desaster“. In der Tat wird das weltweit tätige Großunternehmen mit Kritik förmlich überschüttet, zum Beispiel wegen des Verdachts auf Kinderarbeit,  besonders umweltschädlicher Palmölprodukte oder vielfach offenbar rücksichtloser Ausbeutung bislang öffentlicher Wasserquellen. Die Kollegen aus der Nestlé-PR beweisen aber immerhin, dass sie hart im Nehmen sind und auch bissige bis böse Fragen beantworten. „Was auf den ersten Blick wie ein verunglückter PR-Coup aussieht, dürfte gründlich durchdacht sein“, heißt es im „Spiegel“ denn auch. Das wirke in Teilen sogar „durchaus souverän“. Vermutlich wird sich frühestens in ein paar Wochen prüfen lassen, ob die Kampagne insgesamt nach hinten losging oder doch ein gelungenes Beispiel dafür darstellt, ohnehin vorhandener heftiger und oft wohl auch berechtigter Kritik mit offenem Visier zu begegnen. Der Food-Gigant gibt sich auf Twitter zuversichtlich: Man verstehe die Kampagne „nicht als Flop“ und hätte einen derart offenen, direkten Dialog auf andere Weise gar nicht erreichen können.