Schlagwort-Archive: Redenschreiber

Wahlkämpfer unter Beobachtung

Ein bisschen ging es mir letzte Woche wie den meisten anderen der Tausenden von Menschen abends auf dem verregneten Münchner Marienplatz: in Eile, ein wenig abgekämpft nach einem langen Arbeitstag, Lust auf ein Dach über dem Kopf, und insgesamt nur bedingt Muße für den politischen Diskurs. Die Linke präsentierte zum Höhepunkt ihres Bundestagswahlkampfs neben einer ausgesprochen guten Reggae-Band und Gallionsfigur Weiterlesen

Eloquenter Stammtisch im Übungseinsatz

Zum gestrigen Quartalstreffen der Regionalgruppe Bayern des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) in der Münchner Innenstadt hatten wir mit Georg von Stein einen bekannten Kommunikations- und Medientrainer zum Gastvortrag eingeladen. Das Thema: „Charismatische Rhetorik“. Schon der Einstieg mit Hand-Flip-Chart und Denksporteinlage samt 180-Grad-Wendung hatte es in sich. Überzeugen könne man Weiterlesen

Redekunst aus dem alten Rom

vrds Professor JankaWeit mehr als zweitausend Jahre sind vergangen seit seiner Ermordung im Jahr 43 v. Chr., und dennoch beeinflusst und befruchtet er die Rhetorik in Theorie und Praxis bis heute: Marcus Tullius Cicero, eine der bekanntesten und vielseitigsten Persönlichkeiten der römischen Antike und vor allem so etwas wie der Ahnherr der wissenschaftlich betriebenen Redekunst. Beim gestrigen Stammtisch der Regionalgruppe Bayern Weiterlesen

Redenschreiber im Tierreich

Gewaltfreie Kommunikation beim VRdSZum gestrigen Quartalstreffen der Landesgruppe Bayern des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) in München hatten wir als Referenten Christian Bargenda eingeladen, einen überaus geschätzten Kollegen und in Personalunion Herausgeber sowie Chefredakteur des „Rhetorikmagazins“. Sein Thema: „Souverän bleiben in Diskussionen“ mit Anleihen aus der Schule der Gewaltfreien Kommunikation („GFK“)  Weiterlesen

Plagiatsaffäre auf Politparkett

Galileo Trumps RedeplagiatPeinliche Panne statt des erhofften großen Auftritts für Donald Trumps Ehefrau auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner in Cleveland: Ganze Passagen wurden dilettantisch abgekupfert und stammen auch noch aus einer Rede der heutigen First Lady, Michelle Obama, aus dem Jahr 2008. In einem aktuellen Beitrag dazu brachte das TV-Wissensmagazin „Galileo“ dazu gestern Abend auf Pro Sieben auch eine kurze Bewertung von mir Weiterlesen

Coaching für Redner

SprechermarkenZum gestrigen vierteljährlichen Stammtisch der Regionalgruppe Bayern des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) in der Münchner Innenstadt hatten wir mit Antje Nicolai erstmals eine Gastreferentin eingeladen – und durften gleich einen kleinen Teilnehmerrekord verzeichnen. Die erfahrene Sprecherin von Audio- sowie Film- und Fernsehproduktionen hat sich in den vergangenen Jahren zum gefragten Sprech- und Redencoach entwickelt. Während sich der klassische Redenschreiber ganz auf das Manuskript und somit den Redentext konzentriert, nimmt sich das Coaching des gesamten Auftritts sowie der sprachlichen Aspekte von Betonung über Sprechrhythmus bis Körpersprache an. Dabei werden je nach Bedarf auch Schulungs- und Trainingselemente integriert. François VI. Herzog de La Rochefoucauld, einer der bedeutendsten sogenannten Moralisten, hat wahre Redekunst nicht umsonst so beschrieben: „Da ist oft ebensoviel Beredsamkeit im Ton der Stimme, in den Augen und in der ganzen Atmosphäre, die ein Redner um sich verbreitet, wie in der Wahl seiner Worte.“

Reden mit gefragtem Ziel

vbdrdsrbdr15rdlBeim gestrigen Stammtisch der Regionalgruppe Bayern des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) in der Münchner Innenstadt ging es hauptsächlich um das Briefing als Ausgangspunkt fast jeden neuen Redeauftrags. Dabei erfragt und klärt man im Gespräch mit dem Auftraggeber alle wesentlichen Vorgaben für das Projekt, vor allem die Ziele bzw. die erhoffte Wirkung der Rede, die Kerninhalte sowie die Rahmenbedingungen von der Zusammensetzung des Publikums über das übrige Programm bis zur technischen Ausstattung. Ich nutze dafür einen dreiseitigen, teilstandardisierten Fragebogen, der in den meisten Fällen allerdings eher als loser Gesprächsleitfaden dient.

Daneben sprachen wir recht ausführlich über die Honorarempfehlungen unseres Verbands, die insbesondere bei Privatkunden oft nicht annähernd realisiert werden können. Wie meist in solchen Diskussionen wurde auch der Standpunkt vertreten, den schon Wilhelm Busch in Versform gebracht hat: „Mit scharfem Blick, nach Kennerweise, seh‘ ich zunächst mal nach dem Preise, und bei genauerer Betrachtung, steigt mit dem Preise auch die Achtung.“

Das Programm für den nächsten Stammtisch steht noch nicht fest, der Termin jedoch schon: Montag, der 25. Januar 2016. Auch interessierte (Noch-)Nichtmitglieder sind willkommen. Bei Fragen stehe ich als einer der beiden Leiter der VRdS-Regionalgruppe gerne zur Verfügung.

DAX auf bestem Stammtischniveau

vrstmtjl15rfvBeim zweiten Stammtisch der wiederbelebten Regionalgruppe Bayern des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) am Montagabend im „Peter & Wolff“ in der Münchner Innenstadt gab es neben dem üblichen kollegialen Plausch auch zwei ausgesprochen interessante Kurzvorträge, zum einen zur jüngsten Mitgliederversammlung in Berlin, zum anderen zur erfolgreichen Analyse der Hauptreden auf den diesjährigen Hauptversammlungen aller 30 deutschen DAX-Unternehmen durch insgesamt 17 Verbandsmitglieder. Daneben ging es unter anderem um Für und Wider sogenannter Honorarempfehlungen, den Kongress „Mehr Taktgefühl, weniger Political Correctness“ sowie die Ende 2014 eingeführte Zertifizierung in Zusammenarbeit mit der Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation der deutschen Kommunikationswirtschaft (PZOK). Erfreulicher Nebenaspekt: Insgesamt drei potenzielle Neumitglieder waren als Gäste dabei. Der nächste Stammtisch am Montag, den 26. Oktober, ist bereits in Vorbereitung.

Gemeinsam ins Gerede kommen

vrsrgby15dcvGelungener Auftakt bei frühsommerlichen Temperaturen: Der erste „Stammtisch“ der wiederbelebten Regionalgruppe Bayern des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) gestern abend im „Park-Café“ am Alten Botanischen Garten in München hat richtig Spaß gemacht und einen erstaunlich bunten Trupp von Menschen aus verschiedensten Winkeln des „Redenreichs“ zusammengeführt. Die Bandbreite umfasste Freiberufler und Angestellte, „Nur-“ und „Unter-anderem-Redenautoren“ sowie Spezialisten für politische Themen neben solchen für die Vorstandskommunikation.  Gemeinsam trugen wir viele Ideen zusammen und schufen eine gute Ausgangsbasis für unsere künftigen Aktivitäten. Fortsetzung folgt – spätestens zum nächsten Stammtisch am 27. Juli.

Begeisterung aus der Dunkelheit

gstwrbla15fvbAuch hierzulande bezeichnen sich viele Redenschreiber als „Ghostwriter„, werden ihre Texte doch in der Regel nicht von ihnen selbst, sondern ihren Auftraggebern vorgetragen und sogar als deren eigenes Werk ausgegeben. Ehrenrührig ist das nicht, da vielen Spitzenmanagern und -politikern schlicht die Zeit fehlt, selbst mit der nötigen Sorgfalt zu recherchieren oder an Formulierungen zu feilen. Ein solcher Ghostwriter hat kürzlich gegenüber einem südbayerischen Online-Lokalmedium als „Schattengespenst vieler Politiker“ und „Sanitäter für Redner“ aus dem berühmten Nähkästchen geplaudert – anonym, aber erfreulich offen und facettenreich. Vielleicht kein großer Journalismus, aber ein guter Einblick mit erkennbarem persönlichem Einschlag.