Schlagwort-Archive: Public Relations

Leuchtendes i-Tüpfelchen

lichte momente„Kleinigkeiten sind nicht viel – sie sind alles“, habe ich vor ein paar Tagen mal wieder im Rahmen eines Vortrags gehört, und während einige Kleinigkeiten eher ablenken oder gar nerven, sind andere so etwas wie das Sahnehäubchen. Gestern morgen ist mir eine dieser entscheidenden Kleinigkeiten bei einer Außenwerbung an einer Großbaustelle für ein neues Hochhaus in München aufgefallen: Bei der Darstellung des zu errichtenden Gebäudes Weiterlesen

Blutgrätsche am Mikro

Fußball und MedienAllgegenwärtig scheint König Fußball in Deutschland zu sein – wer will, kann sich rund um die Uhr in Zeitungen, im Fernsehen, im Radio sowie in etlichen Special-Interest- und Fachmedien on- und offline über den Sport und seine Akteure informieren und ganz nach Belieben in unzähligen Foren und in den Sozialen Medien austauschen. Es geht um viel Geld, und mit der Kommerzialisierung im Profibereich findet auch Weiterlesen

Berauschender Applaus

Hanf Hände 2016Die sogenannte Brutkastenlüge zur Legitimierung der Irak-Invasion der USA, manipulierte Studien der Zigarettenindustrie oder gefälschte Wikipedia-Einträge – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen: fragwürdige oder schlicht illegale Praktiken in der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Public-Relations-Industrie kommt nicht weg von ihrem Image als Wahrheitsverdreher vom Dienst. In den vergangenen Tagen Weiterlesen

Zwischen Gag und waghalsigem Stunt

PR-TrickDeutsche Anwälte haben Mark Zuckerberg wegen Volksverhetzung angezeigt, und Redakteure der „Meedia“ meinen, das Ganze rieche „doch sehr nach PR-Stunt“ – alles womöglich nur Fassade, nur so zum Schein eben. Im Austausch mit einer Kollegin brachte mich das auf die sehr grundsätzliche Frage: Welche Rolle spielt Täuschung in der professionellen Medien- und Öffentlichkeitsarbeit? Für viele ist der sogenannte PR-Gag oder PR-Trick ja Weiterlesen

Digitale Werkzeugparade

Tools„Der Mensch ist ein auf Werkzeug angewiesenes Wesen. Ohne Werkzeug ist er nichts, mit Werkzeug ist er alles.“ Das stellte der schottische Philosoph und Schriftsteller Thomas Carlyle bereits vor weit über hundert Jahren ganz grundsätzlich fest, aber selten zuvor dürfte seine Einschätzung auf eine Personengruppe besser gepasst haben als auf den heutigen PR-ler, auch wenn der freilich eher neudeutsch von „Tool“ spricht. Einen schön umfänglichen Blick in ihre berufliche Online-Werkzeugkiste gewährt uns Adenion-Chefin Melanie Tamble jetzt in ihrem Beitrag „Die besten Tools für Content Marketing, PR und Social Media“, den auch das „PRmagazin“ in seiner heutigen Medienschau aufgegriffen hat. Danke für die Anregung!

Mit Begeisterung überlastet

oftiktsre14iuzgfvcWieder einmal hat es der Beruf des Öffentlichkeitsarbeiters bei einer Umfrage zu den stressigsten Jobs in die Top Ten geschafft, diesmal bei einer Untersuchung des US-amerikanischen Stellenportals CareerCast. Ein englischsprachiger Blog hat aus diesem Anlass insgesamt sechs Gründe herausgearbeitet, warum „PR so stressig“ ist – in Kurzform: fehlende Kontrolle, nervige Kunden, ständige Erreichbarkeit, permanenter Wandel, die starke Abhängigkeit von Journalisten und schließlich übermotivierte, zur Selbstausbeutung neigende Kollegen. Auch hier fehlt jedoch nicht der schon branchentypische Hinweis auf die (gerne nach außen gekehrte) Begeisterung: „But even with all of the stress … we still love our jobs.“ Nicht umsonst gilt eine Karriere in der Public-Relations-Zunft trotz eher mäßiger Bezahlung als eine der begehrtesten. Aber das wusste bereits Shakespeare: „Wer wohl zufrieden ist, ist wohl bezahlt.“

Zwei plus Drei macht Eins

pbiconcofsoIn meinen Jahren bei PRINT (heute Lenze von Klessing) unternahm ich viele Versuche, die Beteiligungsstruktur von der „Mutter“ Heye über DDB bis zur „Muttermuttermutter“ Omnicom, der weltweit zweitgrößten Werbeholding, zu erklären. Jetzt hat die „Übermutter“ überraschend beschlossen, sich mit der Nummer drei, Publicis, zur globalen Nummer eins zusammenzutun. Das berichtet z. B. die „Horizont„.

Branchenbeobachter verfolgen die Megafusion mit beträchtlicher Skepsis. So weist nicht nur die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ auf „mögliche Interessenkonflikte“ hin, „da die beiden Werbegruppen teils scharfe Rivalen betreuen“ (z. B. Coca-Cola und Pepsico oder Apple und Samsung). Der „Spiegel“ zitiert David Jones, den Chef des Konkurrenten Havas: Der Zusammenschluss werde Mitarbeiter und Kunden „destabilisieren und beunruhigen“. Zudem gehe der Deal an den Marktbedürfnissen vorbei: „Heutzutage wollen Kunden uns schneller und agiler – nicht größer, bürokratischer und komplexer.“

Aus meiner Sicht eröffnet die Verbindung fraglos auch Chancen, z. B. durch Vorteile bei Preisverhandlungen. Das erwähnt beispielsweise auch das „Handelsblatt„. Die „W&V“ berichtet zudem von einer gemeinsamen Erklärung an die Mitarbeiter der beiden Holdings: Man habe hier die „historische Gelegenheit“,  einen „neuen Standard für Premium-Leistung zu etablieren“. Den Zusammenhang sehe ich derzeit eher weniger. Juliette Garside vermutet im „Guardian“ ohnehin eine ganz andere Stoßrichtung: Der Beschluss sei der „todernste Versuch, ein Gegengewicht zum schwindenen Einfluss traditioneller Marketingkommunikation in einer von Google und Facebook dominierten Welt zu schaffen.“

So oder so wünsche ich vor allem meinen früheren PR-Kollegen alles Gute. Über die Zukunft der gesamten Sparte sollen laut „PR ReportKommissionen mit „Top-Leuten aus beiden Konzernen“ entscheiden. Ich drücke die Daumen.

Berufseinstieg gebucht

brusldprsmmngenUnter dem Titel „Wenig Anerkennung, prekärer Kontostand“ stellt Ansgar Vaut im „PR Report“ das neue Buch „PR-Geil“ vor, in dem insgesamt 22 junge Menschen von ihrem oft holprigen und ernüchternden Start in das Berufsfeld Public Relations berichten. Dabei zeige das von Jana Kaminski zusammengestellte und im Selbstverlag veröffentlichte Buch mit vielen „Insider-Tipps“ die Vielfalt an Karrierewegen in einer für viele Studienabgänger nach wie vor sehr reizvollen Branche.

Dies deckt sich weitgehend mit dem Befund des Wuppertaler Branchenkenners Manfred Piwinger: „Obgleich der Ruf der Branche nicht gut, zumindest aber ambivalent ist, sind PR ein Berufsfeld, welches eine große Anziehung und manchmal sogar Faszination, auf junge und gut ausgebildete Menschen ausübt.“ Ein Nachwuchsproblem scheint die Öffentlichkeitsarbeit also auch in näherer Zukunft nicht zu haben.

Monsterhafte Aufmerksamkeit

Alles nur inszeniert? Wohl eher nicht. Aber ausgesprochen professionell und klug reagiert haben die PR-Verantwortlichen in Sachen Krisen-PR auf die skurrile Entführung des goldenen Firmenkekses am Bahlsen-Stammhaus in Hannover durch einen Wiedergänger des Krümelmonsters aus der „Sesamstraße“. Das niedersächsische Familienunternehmen nahm das Ganze ebenso gelassen wie humorvoll und zeigte sich generös: Insgesamt 52.000 Packungen Butterkekse sollen an soziale Einrichtungen gespendet werden. Nach einem Bericht der „W&V“ hat die Zeitschrift „Markt und Mittelstand“ bei bislang fast 600 Beiträgen allein in deutschen Tages- und Wochenzeitungen – zudem fast durchgehend positiv – einen medialen Gegenwert in Höhe von über 1,7 Mio. Euro  ermittelt. Auch in den Sozialen Medien war die gewitzte „Kekserpressung“ eines der Top-Themen. Jetzt können sich gemeinnützige Organisationen um einen Teil der schmackhafte Spende bewerben – weitere Resonanz on- und offline dürfte garantiert sein.